Sport : Zweites Rennen, erste Punkte Anja Blieninger überrascht beim Riesenslalom

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Semmering Anja Blieninger freute sich. Sie war beim Riesenslalom-Weltcup am Zauberberg von Semmering 21. geworden. Martina Ertl ärgerte sich ein bisschen. Sie hatte im selben Rennen den zehnten Platz belegt. „Es passt nur teilweise. Es ist noch nicht das, was ich kann“, sagte Ertl, die in der Gesamtzeit 2,58 Sekunden hinter der Siegerin Marlies Schild aus Österreich lag. Trotz Ertls Enttäuschung konnte der Deutsche Ski- Verband (DSV) einigermaßen zufrieden sein. Erstmals in diesem Winter konnten sich in der Problemdisziplin Riesenslalom drei deutsche Starterinnen Weltcup- Punkte sichern. Maria Riesch (2:19,65 Minuten) wurde sechs Wochen nach ihrer schweren Schulterverletzung 19. und kommt nun auch im Riesenslalom wieder in Schwung.

Die 23 Jahre alte Anja Blieninger vom TSV Altenau holte in ihrem zweiten Weltcup-Rennen überhaupt die ersten Weltcup-Punkte ihrer Karriere. „Das ist alles Wahnsinn“, sagte Blieninger, die erst einmal, beim Slalom von Garmisch-Partenkirchen vor fast vier Jahren einen Weltcup bestritten hatte, dabei aber ausgeschieden war. Nun überraschte sie mit der Startnummer 62 im ersten Durchgang die Konkurrenz und qualifizierte sich als 18. für das Finale. Auch da behielt die von vielen Verletzungen immer wieder zurückgeworfene Athletin die Nerven. „Das ist eine irre Leistung“, lobte auch Kollegin Martina Ertl.

„Ich habe probiert, alles auszuklinken und Spaß zu haben“, sagte Blieninger. Eigentlich hatte sie nur heute im Slalom starten sollen, doch nach dem 13. Platz der diesmal ausgeschiedenen Annemarie Gerg in St. Moritz erhielten die DSV- Frauen einen weiteren Startplatz im Riesenslalom, der an Blieninger vergeben wurde.

Im vom dichten Nebel beeinträchtigten Rennen südlich von Wien holte sich die Österreicherin Marlies Schild ihren ersten Weltcup- Sieg im Riesenslalom. Die 23-Jährige verwies in 2:15,97 Minuten die Finnin Tanja Poutiainen (2:16,08) um 0,11 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritte wurde Elisabeth Görgl in 2:17,53. Tanja Poutiainen eroberte den Spitzenrang im Gesamtweltcup zurück. Mit 566 Punkten führt die dreifache Saisonsiegerin überlegen vor der Schwedin Anja Pärson (493), die an dritter Stelle liegend im zweiten Lauf stürzte.

Maria Riesch machte die schwierigen Wetterbedingungen für ihren 19. Rang verantwortlich. „Ich bin halt noch ein bisschen unsicher. Dadurch habe ich mich von dem Nebel einlullen lassen“, sagte die 20-Jährige, die wegen einer Knochenabsplitterung in der Schulter mehrere Wochen lang ausgefallen war. Nach Platz drei im Super-G und dem Aus im Riesenslalom von St. Moritz steht für Maria Riesch an diesem Mittwoch in Semmering mit dem ersten Slalom der nächste Härtetest an. dpa

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