Zweites Viertelfinale : Alba gegen Bayern unter Druck

Die Basketballer von Alba Berlin benötigen am Mittwochabend unbedingt einen Heimsieg im zweiten Viertelfinale gegen den FC Bayern München, wenn die Saison nicht vorschnell enden soll.

von
Ein Heimsieg ist Pflicht. Heiko Schaffartzik ist im zweiten Viertelfinale gegen die Bayern gefordert.
Ein Heimsieg ist Pflicht. Heiko Schaffartzik ist im zweiten Viertelfinale gegen die Bayern gefordert.Foto: dpa

Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten und vielleicht einzigen Play-off-Heimspiel haben die Fans der Basketballer von Alba Berlin ihren geplanten Fanprotest wieder abgeblasen. Die beiden Gruppierungen „Alba-Tross“ und „Block 212“ hatten im ersten Viertel die Anfeuerung versagen wollen, weil sie sich von Alba Berlin nicht genügend unterstützt fühlen. Sie regen sich darüber auf, dass Alba in einem Radiosender Plätze im Mannschaftsbus zur Auswärtsfahrt nach München verlost, während die von den Fans organisierte und finanzierte Busfahrt keine Zuwendungen erhält. Nun aber haben sich Fans und Klub geeinigt, im Sommer über ihr Verhältnis zu diskutieren. Dieser Termin könnte schneller kommen, als es allen Beteiligten lieb ist.

Die Unruhe im Feld passt zur Saison von Alba

Die Unruhe im Umfeld passt zu dieser Saison von Alba Berlin, die zu den schwierigeren gehört. Einerseits verzeichneten die Berliner mit dem Pokalsieg und dem Erreichen der Top16-Runde in der Euroleague Erfolge. Doch in der Bundesliga droht nach 14 Niederlagen in der Hauptrunde bereits das Scheitern im Viertelfinale. Alba Berlin sollte am Mittwoch (19.30 Uhr) sein Heimspiel gegen den FC Bayern München in der Halle am Ostbahnhof gewinnen, damit die Saison nicht schon am Sonntag zu einem unerfreulichen Ende kommt.

Mit einem Sieg kann Alba die Viertelfinalserie nach dem Modus „Best of five“ ausgleichen. Ein 0:2-Rückstand würde angesichts der Berliner Auswärtsschwäche, die durch die Pleite (67:88) in München erneut dokumentiert ist, fast schon das Aus bedeuten. Trainer Sasa Obradovic versucht, den wachsenden Druck herunterzuspielen. „Die Niederlage in München bedeutet nichts, das müssen wir so schnell wie möglich vergessen“, sagt der Berliner Trainer, „wir müssen bereit sein für das nächste Spiel.“

Die bisherigen Heimspiele gegen Bayern München hat Alba gewonnen

Seine Ansprache vor Spiel eins hatte sich auf einen einzigen Satz beschränkt: „Wir müssen bessere Kämpfer sein als die Bayern.“ Doch genau das gelang seinem Team nicht. Sasa Obradovic nimmt es in Schutz. „Wenn das andere Team trifft, verliert man Selbstvertrauen und dann sieht es so aus, als ob man nicht kämpft“, sagt der Trainer „aber die Mannschaft wollte kämpfen.“ Das sei sogar ihm selber als Spieler passiert, „obwohl ich der beste Kämpfer war“.

Nun aber muss das Publikum helfen. Die bisherigen drei Heimspiele gegen Bayern München konnten die Berliner stets gewinnen, darunter auch das Halbfinale im Pokal. Der Berliner Centerspieler Albert Miralles blickt mit gemischten Gefühlen darauf zurück. Bei dem Sieg der Berliner saß der Spanier als überzähliger Ausländer nur auf der Tribüne. „Es war sehr schwierig, draußen zu sitzen, denn ich will immer helfen“, sagte er, „jetzt habe ich meine Chance.“ Miralles zählte in München noch zu den besseren Berliner Spielern, offenbar profitiert er nun zumindest körperlich davon, dass er 13 von 63 Spielen nicht mitmachen durfte. „Ich fühle mich in guter Form“, sagt der Centerspieler. In den Duellen unter den Körben gegen Chevon Troutman und Jared Homann dürfte ein Schlüssel zum Erfolg liegen. Den Berlinern war es im ersten Spiel nicht gelungen, ihren Power Forward Deon Thompson in Szene zu setzen. Die Mannschaft des ehemaligen Bayern-Trainers Svetislav Pesic hetzte konsequent zwei Verteidiger auf ihn und nahm in so aus dem Spiel. „Das war einer unserer Fehler“, sagt Albas Trainer Sasa Obradovic.

Da hilft es den Berlinern nicht, dass Forward Zach Morley angeschlagen spielt. Sein linker Fuß schmerzt, je nach Tagesform muss er fit gespritzt werden. Möglicherweise muss er durch Derrick Byars ersetzt werden, „ich denke darüber nach“, sagt Obradovic.

Alba Berlin erwartet über 10 000 Zuschauer für dieses richtungsweisende Spiel. Ein Sieg würde den Berlinern ein zweites Heimspiel am 15. Mai (20.15 Uhr) bescheren. Ansonsten steigen die Chancen, dass dieser Termin Fans und Verein zum Diskutieren zur Verfügung steht.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar