Zweitliga-Derby : Union spielt 0:0 in Cottbus

Außer Atem kamen die Fans des 1. FC Union zum Derby in Cottbus an - aber das wenig ansehnliche 0:0 bei Energie beruhigte sie schnell wieder. Auch wenn Union es kurz vor Schluss noch einmal spannend machte.

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Volle Intensität. Energies Marco Stiepermann (l) setzt sich gegen Unions Damir Kreilach durch, im Hintergrund schaut der Berliner Simon Terodde zu.
Volle Intensität. Energies Marco Stiepermann (l) setzt sich gegen Unions Damir Kreilach durch, im Hintergrund schaut der Berliner...Foto: dpa

Den Weg vom Cottbuser Hauptbahnhof zum Stadion legten viele Fans des 1. FC Union im zügigen Schritttempo zurück. Manche wählten auch den Sprint als Fortbewegungsform. Die Berliner waren spät dran, weil die Regionalzuglinie 2 nach Cottbus am Freitag mal wieder bestätigte, dass sie deutschlandweit zu den Verbindungen mit den häufigsten Verspätungen zählt. Außer Atem kamen die meisten aber doch noch rechtzeitig zum Anpfiff an und selbst die, die es nicht pünktlich schafften, mussten sich nicht weiter grämen. Energie Cottbus und der 1. FC Union boten  in der ersten Halbzeit wenig Ansehnliches. Das änderte sich zwar nach der Halbzeitpause, Tore wollten dennoch nicht fallen. Cottbus und Union trennten sich vor 16174 Zuschauern 0:0. Durch den Punktgewinn kletterten die Berliner vorerst an die Tabellenspitze der Zweiten Liga.

Beide Mannschaften kamen schwer in diese Begegnung, die im Vorfeld einige Erwartungen geweckt hatte. Union stellte bis zu diesem Spieltag den besten Angriff der Zweiten Liga, auch Cottbus gehört offensiv zu den besseren Mannschaften. Hauptverantwortlich dafür ist in erster Linie Boubacar Sanogo, aber der Ivorer leidet noch immer unter den Folgen eines Zehenbruchs und wurde erst nach gut einer Stunde eingewechselt.

Bei Union begann Simon Terodde erneut für Adam Nemec im Angriffszentrum, dahinter agierten wie gewohnt Sören Brandy, Torsten Mattuschka und Benjamin Köhler. Köhler war es auch, der die erste Möglichkeit des Spiels besaß. Frei vor Robert Almer versuchte er, den Cottbuser Torwart lässig zu überlupfen, was gründlich misslang. Da waren schon zwanzig Minuten gespielt. Union war bis dahin die engagiertere Mannschaft gewesen. Im Mittelfeld erlangten die Berliner Kontrolle über das Spielgeschehen und ließen den Ball gefällig durch die eigenen Reihen laufen. An dieser Stafetten landete über Torsten Mattuschka und Michael Parensen bei Simon Terodde. Doch Unions Angreifer verzog knapp. Mehr Möglichkeiten gab es im ersten Durchgang nicht. Weder für Union noch für die recht harmlosen Gastgeber. John Jairo Mosquera, früher einmal beim 1. FC Union unter Vertrag, mühte sich im Zentrum vergeblich gegen seine alten Kollegen. Die Berliner Innenverteidiger Fabian Schönheim und Roberto Puncec hatten das Geschehen unter Kontrolle, wenn sie gefordert wurden. Was in der ersten Halbzeit nicht oft vorkam.


Das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Cottbus spielte auf einmal deutlich druckvoller, die erste Möglichkeit hatte aber Union. Terodde kam im Strafraum frei zum Schuss, Torhüter Almer war aber zur Stelle. Die Berliner hatten in der Folge Mühe, ihr Spiel gegen das nun aggressivere Cottbuser Pressing wie bisher aufzuziehen. Dazu setzte die Einwechselung von Publikumsliebling Sanogo weitere Kräfte bei Cottbus frei. Kaum auf dem Feld, wäre dem Stürmer per Kopf beinahe die Führung gelungen. Anschließend musste Michael Parensen in höchster Not gegen den einschussbereiten Marco Stiepermann klären. Zu Beginn der spannenden Schlussphase übernahm Union wieder das Kommando. Benjamin Köhler kam nach einer Kopfballverlängerung von Damir Kreilach am zweiten Pfosten zum Abschluss, sein Schuss war aber zu unplatziert. Das Gleiche galt für Kopfbälle von Kreilach für Union und Ivica Banovic für Cottbus. Ein Schuss von Mattuschka sprang auf die Latte. Union war dem Sieg in der Schlussphase näher, doch mit dem ersten Sieg in Cottbus seit 1992 sollte es nichts werden.

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