Zweitliga-Spitzenspiel : Union verliert 0:2 gegen Kaiserslautern

Die Köpenicker verlieren 0:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern, der damit auf den ersten Rang in der Zweiten Liga klettert und auswärts weiterhin ungeschlagen bleibt.

Katrin Schulze
1. FC Union
Fuß am Ball. Der Berliner Karim Benyamina (l) im Duell mit dem Kaiserslauterner Jiri Bilek. Am Ende setzt sich Kaiserlauern mit...Foto: dpa

So viele Partygäste hatten sich in der Alten Försterei zuvor noch nicht zusammen gefunden, zumindest nicht in einer Partie der Zweiten Liga. 19 000 Zuschauer wollten die Fußball-Veranstaltung zwischen dem 1. FC Union und dem 1. FC Kaiserslautern am Montagabend sehen. Ein standesgemäßer Rekord war das für die Köpenicker - wenn es nach Uwe Neuhaus geht. „Das wird ein richtiges Fest“, hatte der Trainer vor der Begegnung gesagt. „Wegen solcher Spiele sind wir in die Zweite Liga aufgestiegen.“ Dass zum Alltag der Zweitklassigkeit für einen Aufsteiger aber nicht nur Partys, sondern auch Niederlagen gehören, weiß Neuhaus auch. Trotz der großen Kulisse unterlagen seine Unioner Kaiserslautern im Spitzenspiel mit 0:2 (0:1).

Ganz so spektakulär wie es wohl nicht nur der Berliner Coach erwartet hatte, ging es dann im ausverkauften Stadion zunächst nicht zur Sache. Die anberaumte Festivität begann eher etwas behäbig. Beide Mannschaften mussten sich wohl erst näher kennen lernen, traten sie doch das erste Mal in einem Pflichtspiel gegeneinander an. Union versuchte es mit einigen halbherzigen Schüssen aus der Distanz, während die Gäste etwas schwungvoller nach vorne spielten und vor allem über Sidney Sam und Ivo Ilicevic Gefahr zu vermitteln wussten. Wirklich ideenreich traten sie im Abschluss anfangs aber auch nicht auf.

Es brauchte schon eine Standardsituation, um den Erfolg herbeizuführen: Nach einer Ecke wehrte der Köpenicker Torhüter Jan Glinker in der 30. Minute einen Kopfball von Rodnei nach vorne ab. Im Durcheinander vor dem Tor reagierte Martin Amedick daraufhin am schnellsten und schob den Ball aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung ins Tor. Der Treffer brachte das Fest in Köpenick immerhin zaghaft in Schwung. Mit Beginn der zweiten Hälfte stellten sich nämlich auch die Unioner auf ein Spitzenspiel würdiges Niveau ein. Sie wurden mutiger und erarbeiten sich gute Chancen. Hüzeyfe Dogans Schuss und einen Freistoß von Torsten Mattuschka parierte FCK-Keeper Tobias Sippel aber.

Offensichtlich sollten sich die Umstellungen von Trainer Neuhaus nicht gerade positiv auf das Glück seiner Mannschaft auswirkten. Der Coach hatte sich ohne Rücksicht auf Ämter mal wieder etwas Neues überlegt: Er degradierte Kapitän Marco Gebhardt auf die Ersatzbank - für ihn rückte Michael Parensen auf die linke Seite und Patrick Kohlmann auf die linke Abwehrseite. Darüber hinaus musste der Coach auf den verletzten Angreifer John Jairo Mosquera verzichten, für den Kenan Sahin in der Startformation stand.

Helfen sollten diese Veränderungen. Im Gegenteil. Nach einer verunglückten Abwehraktion lief Erik Jendrisek plötzlich ganz allein auf Torwart Glinker zu und erhöhte locker auf 2:0 für die Gäste. Sam traf kurz vor Schluss sogar noch den Pfosten. Die Berliner mussten einsehen, dass die Spitze der Zweiten Liga wohl doch noch ein Stück zu weit entfernt für sie ist. Die Unioner Fans beeinträchtigte die Erkenntnis jedoch nur bedingt. Unermüdlich feuerten sie ihre Mannschaft trotz des Rückstands an. Wirklich genießen konnten das geplante Fest am Ende allerdings nur die 2000 mitgereisten Anhänger des 1. FC Kaiserslautern. Sie feierten nicht nur den Sieg, sondern auch die Tabellenführung in der Zweiten Liga.

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