Sport : Zwischen Mängeln und Matchbällen

Der SCC ist Tabellenführer in der Volleyball-Bundesliga – aber noch lange nicht zufrieden

Hartmut Moheit

Berlin. Das Thema Unterhaching ist für die Volleyballer des SC Charlottenburg noch nicht ganz aufgearbeitet. „Die Bundesliga ist nur die eine Seite“, sagt Marco Liefke. 3:1 haben die Berliner gegen die Bayern am vergangenen Wochenende gewonnen, aber das reicht ihnen noch nicht. „Die große Revanche haben wir uns für das Pokalspiel vorgenommen.“ Das 2:3 aus dem Vorjahr, als die Unterhachinger den SCC in dessen Halle aus dem Wettbewerb warfen, geistert immer noch in den Köpfen der Berliner herum. Weiter als bis zu diesem Spiel am Sonntag in einer Woche um 15.30 Uhr möchte der SCC-Kapitän Liefke auf keinen Fall denken. „Die Bundesliga ist doch unser täglich Brot, da zuerst müssen wir als Titelverteidiger bestehen“, sagt er. „Das heißt, dass ich mich erst einmal auf das Spiel gegen Düren am Sonntag konzentriere.“

Und das wird schwer genug, denn das Team aus Nordrhein-Westfalen liegt nach dem sechsten Spieltag hinter den verlustpunktfreien Charlottenburgern überraschend auf Platz zwei der Volleyball-Bundesliga. „Als Meister sind wir natürlich die Gejagten, außerdem läuft bei uns noch nicht alles optimal“, sagt Liefke.

Am meisten kritisiert der Kapitän der Berliner sich selbst, und dazu bringt er auch wieder das 3:1 in Unterhaching vom vergangenen Wochenende ins Spiel. „Ich bin dort mit einer Angriffsposition nicht klargekommen“, sagt er. „Der Satz, den wir verloren haben, geht auch mit auf meine Kappe. Zum Glück gelangen mir zum Schluss ein paar gute Aufschläge, sonst hätte es ganz eng werden können.“

Gegen Düren möchte die Mannschaft von Trainer Mirko Culic von den noch vorhandenen Mängeln einige abstellen. Allerdings muss das diesmal ohne Nisse Uttunen gelingen, den starken Libero, der mit der finnischen Nationalmannschaft um die Olympiaqualifikation spielen wird.

Düren hat mit dem Venezolaner Heriberto Quero Diagona und dem Argentinier Diego Gutierrez zwei Spieler in seinen Reihen, die sehr spektakulär Volleyball spielen. Aber die Mannschaft aus Westfalen ist ansonsten vielleicht doch nicht so ausgeglichen besetzt, um gegen den Meister aus Berlin bestehen zu können. „Wenn uns eine stabile Annahme gelingt, wenn wir hart gegen die richtigen Leute aufschlagen, dann packen wir es“, sagt Liefke.

Das wäre dann auch die gewünschte Einstimmung für den Pokalfight gegen Unterhaching. Dass der SCC am 10. Dezember erstmals in der Champions League gegen Tschenstochau aus Polen spielen wird, dass in der Gruppe mit Treviso und Piräus auch noch europäische Topteams warten, daran denkt er überhaupt noch nicht. Die einfache Erklärung des 29-jährigen Liefke dafür: „Erst wenn wir im Alltagsgeschäft gut sind, haben wir auch international Chancen.“

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