Der Tagesspiegel : Staatsanwaltschaft auf Fenners Fersen

Unternehmer wehrt sich gegen den Vorwurf des Subventionsbetrugs. Man wolle ihn diffamieren, sagt er

NAME

Potsdam. Uwe Fenner kaufte und verkaufte Unternehmen, engagiert sich für Potsdam, lädt zu „Jahreszeitengesprächen“ und Diskussionskreisen in seinen Firmensitz „Ulmenhof“ – und hat nun die Staatsanwaltschaft am Hals. Wegen Subventionsbetrugs, wie die Potsdamer Behörde bestätigte.

Fenner teilte in einer offiziellen Stellungnahme mit, die „aufgeführten Beschuldigungen“ seien seiner Einschätzung nach „völlig haltlos“. Er vermute eine „gezielte, für mich nicht nachvollziehbare Diffamierungskampagne eines ehemaligen Mitarbeiters der Midat AG“, so Fenner. 1992 hatte Fenner die Märkische Informations- und Datentechnik GmbH (Midat) von der Treuhand gekauft. Für die 7,1-Millionen-Mark-Investition in die Midat-Firmenzentrale auf dem Potsdamer Ulmenhof flossen 1998 Fördermittel durch die Landesinvestitionsbank (ILB) – von rund drei Millionen Mark ist die Rede. Doch es gab Zweifel daran, dass die Förderbedingungen (Fenner wollte 45 Software- und Trainingsarbeitsplätze schaffen) eingehalten wurden. Im November 2000 verkaufte Fenner die Midat. Allerdings erwarb er sie sechs Monate später wieder zurück. Schon vor einem Jahr sagte Fenner, die Midat könne die Förderzusagen nicht mehr gewährleisten, deshalb verhandle man mit der ILB über einen flexibleren Vertrag. Zu den Vorwürfen zählt auch, dass Fenner die prachtvoll renovierten Räume des Ulmenhofs privat nutze.

Erst im vergangenen Monat hatte es die Behauptung gegeben, beim „Jahreszeitengespräch“ am 21. Juni auf dem Ulmenhof sei von Gästen Kokain konsumiert worden. Ein Mitarbeiter Fenners hatte anonym die Polizei verständigt, die noch während der Veranstaltung das Anwesen durchsuchte – ergebnislos. Der Mitarbeiter wurde nun zum 1. Juli gekündigt. Der Illustrierten „Max“ hatte Fenner jüngst gesagt, dieser ehemalige Mitarbeiter sei „durchgeknallt“ und wolle sich „rächen“. Sabine Schicketanz

0 Kommentare

Neuester Kommentar