Der Tagesspiegel : Stadt oder Dorf – wer bekommt die Fördergelder? Landesregierung über künftige Entwicklungspolitik zerstritten

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Mehr Stadt oder mehr Dorf? Recht unterschiedlich äußerten sich Landesminister in den vergangenen Tagen zur künftigen Verteilung der öffentlichen Fördermittel. Bau und Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD) hatte im Tagesspiegel-Interview eine Umschichtung der Zahlungen von den Dörfern zugunsten der Städte angekündigt. In Zeiten knapper Kassen müsse das Geld dort eingesetzt werden, wo die Effekte am größten sind. Das seien nach Auffassung von Szymanski die Städte. Da diese auf ihr Umland ausstrahlen würden, profitierten davon auch die ländlichen Regionen.

Doch ganz abgeschrieben werden die Dörfer nicht. Zumindest Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) und Agrarminister Wolfgang Birthler (SPD) wollen sie nicht im Stich lassen. Auf dem Denkmaltag in Neuhardenberg kündigte Birthler am Wochenende an, das Programm zur Förderung erhaltenswerter Denkmäler wieder zu beleben. Ausgesuchte Objekte von hohem Landesinteresse sollten finanzielle Unterstützung erhalten. Voraussetzung sei ein klares Nutzungskonzept. Allerdings steht die Hilfe für die Landwirtschaft im Vordergrund. Ohne sie funktionierten die Dörfer nicht. Schlaf- und Museumsdörfer könnten nicht die Perspektive für ländliche Räume sein, sagte Birthler.

Seine für Kultur zuständige Amtskollegin Wanka verwies auf dem Denkmaltag auf Folgen des Bevölkerungsrückgangs gerade auf dem Lande. Deshalb sollten die historischen Dorfkerne bevorzugt gefördert werden, um neue Nutzer zu gewinnen und Touristen anzuziehen. Noch immer fänden sich im Land eine Reihe historisch gewachsener Dorfanlagen. Doch vielerorts gebe es fortschreitende Überformungen, die den Charakter veränderten. Es bedürfe „gebündelter Anstrengungen“, um wenigstens einige geschlossen erhaltene alte Dörfer für die Zukunft zu bewahren, erklärte Wanka. Ste.

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