Der Tagesspiegel : Stasi-Fall: Stiftung zieht Konsequenzen

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Potsdam – Brandenburgs Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) hat die Reaktion der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten im Stasi-Fall Franz Rentmeister begrüßt. Die Stiftung hatte am Wochenende die Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär des Internationalen Sachsenhausen-Komitees wegen seiner jetzt publik gewordenen Stasi-Tätigkeit beendet. „Dieser Schritt war zwingend notwendig“, sagte Wanka, die auch Stiftungsratsvorsitzende ist.

Ob und wie lange der 66-Jährige noch Generalsekretär des Sachsenhausen-Komitees bleibt, ist offen. Der weltweite Zusammenschluss der Häftlinge, die das Konzentrationslager in der Nähe von Oranienburg überlebt haben, ist nach Auskunft der Gedenkstättenstiftung ein privater Verein mit Sitz in Paris. Nur seine Gremien können über eine Abberufung des Generalsekretärs entscheiden. Das Magazin „Der Spiegel“ hatte berichtet, Rentmeister, seit zehn Jahren im Amt, sei vor 1989 Offizier der Staatssicherheit gewesen und habe an der Stasi-Hochschule in Potsdam-Golm gelehrt. Rentmeister hat dies dem Direktor der Stiftung Günter Morsch bestätigt. „Die Nachricht kam für uns völlig überraschend und hat uns sehr enttäuscht“, sagte Morsch.

Rentmeister hatte kürzlich bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ Sachsenhausen Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) angegriffen, weil dieser in seiner Rede auch an die Opfer des nach 1945 von den Sowjets auf dem Gelände des KZ eingerichteten Speziallagers erinnert hatte. Dort waren neben NS-Kriegsverbrechern auch zahlreiche Unschuldige aus politischen Gründen inhaftiert. thm

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