Statistik : Berlin, Hamburg und Bremen zahlen am meisten für Sozialhilfe

Die Sozialhilfeausgaben sind 2006 in Deutschland um rund vier Prozent gestiegen. Die höchsten Ausgaben je Einwohner hatten die drei Stadtstaaten.

WiesbadenIm vergangenen Jahr sind in Deutschland 20,7 Milliarden Euro Sozialhilfe gezahlt worden. Die Sozialhilfeträger erhielten im selben Zeitraum für vorläufige Zahlungen 2,4 Milliarden Euro von anderen Trägern zurück. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete, betrugen die Sozialhilfe-Ausgaben damit netto 18,3 Milliarden Euro, vier Prozent mehr als im Jahr 2005.

Mehr als die Hälfte wurde als Eingliederungshilfe für Behinderte gezahlt: 10,6 Milliarden Euro oder 58 Prozent der Gesamtausgaben. Eingliederungshilfe soll eine drohende Behinderung verhindern, eine vorhandene Behinderung oder deren Folgen beseitigen oder abmildern und die Betroffenen in die Gesellschaft eingliedern.

Ausgaben pro Einwohner im Westen deutlich höher als im Osten

Pro Einwohner wurden in Deutschland 2006 für die Sozialhilfe rechnerisch 222 Euro ausgegeben. In Westdeutschland (ohne Berlin) waren es mit 232 Euro je Einwohner wesentlich mehr als in Ostdeutschland (ohne Berlin) mit 145 Euro. Die höchsten Ausgaben je Einwohner hatten erneut die drei Stadtstaaten Bremen (363 Euro), Hamburg (346 Euro) und Berlin (331 Euro). Die geringsten Ausgaben je Einwohner wurden in Sachsen (110 Euro) und Thüringen (146 Euro) festgestellt.

Hauptgrund für den Anstieg ist nach Angaben der Statistiker die Änderung der Gesetzgebung: Seit Inkrafttreten der Hartz-IV-Regelung 2005 werden in der Sozialhilfestatistik all jene nicht mehr berücksichtigt, die grundsätzlich erwerbsfähig sind. (mit dpa/ddp)