Statistisches Bundesamt : Osten hat die Nase vorn bei Kinderbetreuung

Nach wie vor gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede bei der Betreuung von Kleinkindern außer Haus. Besonders in Westdeutschland ist sie eher gering. In Berlin liegt die Quote schon jetzt über dem von der Bundesregierung angestrebten Wert für 2013.

Kinderbetreuung
In manchen ostdeutschen Landkreisen liegt die Kinderbetreuung bei über 50 Prozent. -Foto: ddp

WiesbadenIn manchen westdeutschen Landkreisen wurde laut Statistischem Bundesamt 2006 nur ein Prozent der unter Dreijährigen außer Haus betreut, in manchen ostdeutschen besuchten mehr als 50 Prozent eine Krippe oder eine Tagesmutter. Das geht aus einer gemeinsamen Veröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder hervor.

Zusammengerechnet wurden in den östlichen Bundesländern im vergangenen Jahr 39,7 Prozent der Kleinkinder außer Haus betreut, im Westen - ohne Berlin - waren es nur acht Prozent. Die höchsten Betreuungsquoten hatten drei Kreise in Sachsen-Anhalt: der ehemalige Saalkreis (57,7 Prozent) sowie die Kreise Schönebeck (55,8) und Jerichower Land (55,5). Die niedrigsten Betreuungsquoten hatten die niedersächsischen Kreise Nienburg/Weser (1,0 Prozent) und Cloppenburg (1,1) sowie die bayerischen Kreise Ostallgäu und Straubing-Bogen (je 1,8).

In den alten Ländern wiesen am Stichtag der Erhebung Mitte März 2006 die Universitätsstädte Heidelberg (23,3) und Freiburg im Breisgau (22,7) die höchsten Quoten auf. In Berlin nutzten die Eltern von 37,8 Prozent aller Kleinkinder die Betreuungsangebote. Die für das Jahr 2013 angestrebte Betreuungsquote von 35 Prozent wurde in 84 ostdeutschen Kreisen erreicht. (mit dpa)