Der Tagesspiegel : Stechlinsee schönstes Gewässer der Mark

THORSTEN METZNER

POTSDAM .Die Seen in Brandenburg, dem gewässerreichsten deutschen Bundesland, werden immer sauberer.Darauf haben Umweltminister Eberhard Henne und Gesundheitsministerin Regine Hildebrandt (beide SPD) gestern bei der Vorstellung der aktuellen "Badestellen-Karte" 1999 für Brandenburg hingewiesen: Es könne bedenkenlos gebadet werden.

Hildebrandt rechnet damit, daß in der kommenden Badesaison noch weniger Freibäder wegen möglicher Gesundheitsbeeinträchtigungen gesperrt werden müssen als in der Vergangenheit.Im Vorjahr hatte es für fünf, 1997 noch dreißig der rund 400 regelmäßig untersuchten Badestellen zeitweise Badeverbote gegeben, weil Grenzwerte überschritten waren.

Auch die Havelgewässer in und um Potsdam, die vor einigen Jahren zeitweise wegen bakterieller Belastungen "Sorgenkinder" waren, sind nach Angaben des Potsdamer Gesundheitsamtes "keine Problemfälle" mehr.Daß jedoch mit zunehmender Wärme viele Brandenburger Seen eintrüben, sei wegen der natürlich vorhandenen Blaualgen im Wasser "normal und nicht schlimm", erklärte Hildebrandt.Lediglich für Allergiker und Kleinkinder sei Vorsicht geboten, und zwar dann, "wenn man im knietiefen Wasser die Füße nicht mehr sieht".Nach Hildebrandts Angaben ist Ertrinken bei Kleinkindern die dritthäufigste Todesursache.

In der aktualisierten Badekarte Brandenburgs, die 1997 erstmals aufgelegt worden war, sind 222 Badestellen aufgeführt, die im 14-Tage-Rhythmus auf bakterielle und chemische Verunreinigungen sowie auf die Sichttiefe kontrolliert werden.Außerdem informiert die Karte über die Wasserqualität, die Adressen und die Telefonnummern der örtlichen Gesundheitsämter.

Zu den saubersten und schönsten Gewässern in der Mark gehören nach einer informellen Hitliste des Gesundheitsministeriums der Werbellinsee nördlich von Berlin, der Nymphensee (Oberhavel), der Senftenberger See, der Straussee (Märkisch-Oderland), der Motzener See (Teltow-Fläming).Die zwei persönlichen Geheimtips von Umweltminister Henne für badefreudige Berliner: Der Sabinensee (Groß Fredenwalde bei Templin) und der Parsteiner See (Barnim).

Grundsätzlich gibt es nach den Worten Hennes bei der der Gewässergüte Brandenburgs ein geographisches Gefälle, aus dem sich eine Faustregel für Badewillige ableiten läßt: "Die saubersten Seen sind im Norden." Dazu gehört auch der unangefochtene Spitzenreiter bei der Wasserqualität: Es ist der glasklare Stechlinsee, der als Taucherparadies gilt und als einziges märkisches Gewässer die Güteklasse Eins erfüllt.In der Badekarte ist er aus ökologischen Gründen jedoch nicht aufgeführt.Dagegen sind die Havelgewässer zwischen Berlin und Ketzin, wenngleich gesundheitlich unbedenklich, eher trüb.Von den insgesamt 800 vom Umweltministerium in einer Langzeitstudie untersuchten Seen ist jedes zweite Gewässer in eine der drei höchsten Güteklassen der fünfstufigen Skala eingeordnet worden.Dies bedeute aber auch, so das Umweltministerium, daß sich 40 Prozent der Seen noch in "ungenügendem Zustand befinden".

Die märkische Badestellenkarte, die gemeinsam von Umweltministerium und Gesundheitsministerium herausgegeben wird, ist in einer Auflage von 40 000 Exemplaren erschienen.

Gegen Einsendung eines mit 1,50 Mark frankierten, adressierten und mit dem Hinweis "Büchersendung" versehenen Din-A5-Umschlages ist die Badekarte zu bestellen.

Landesgesundheitsamt Brandenburg, Wünsdorfer Platz 3, 15838 Wünsdorf

Umweltministerium Brandenburg, Pressestelle, Albert-Einstein-Str.42-46, 14473 Potsdam

Internet: http://www.brandenburg.de/land/umwelt (Rubrik: Wasser).

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