Der Tagesspiegel : Steffen Reiche soll SPD-Liste anführen Parteichef Platzeck trifft Personalentscheidungen

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Potsdam Die Brandenburger Sozialdemokraten wollen mit Ex-Bildungsminister Steffen Reiche als Spitzenkandidaten in den Bundeswahlkampf ziehen. Das sieht nach Tagesspiegel-Informationen der Personalvorschlag von SPD-Ministerpräsident und Parteichef Matthias Platzeck für die SPD-Landesliste vor, die am Sonnabend auf einer Vertreterversammlung in Brandenburg an der Havel beschlossen werden soll. Der frühere Bildungsminister und langjährige SPD-Landesvorsitzende war nach der Landtagswahl im Herbst von Platzeck überraschend abserviert und nicht mehr ins Kabinett berufen worden.

Mit dem Votum Platzecks geht Reiche aus der innerparteilichen Konkurrenz mit dem Chef der Brandenburger Landesgruppe im Bundestag, Peter Danckert, als Sieger hervor. Danckert hatte selbst Ambitionen auf die Spitzenkandidatur. Er akzeptiere die Entscheidung Platzecks, berichtete ein Vorstandsmitglied. Es sei jedoch vereinbart, dass Danckert als profiliertester Bundestagsabgeordneter Brandenburgs auch künftig Chef der Landesgruppe bleibe. Auch Reiche hat signalisiert, dass er diesem den Posten nicht streitig machen wolle.

Dass er Reiche gegenüber Danckert den Vorzug gibt, begründete Platzeck mit dem hohen Bekanntheitsgrad des Ex-Ministers, der nach dem Regierungschef noch immer der prominenteste SPD-Politiker in Brandenburg ist. Ein Kalkül sei es aber auch, Reiche „einzubinden“, heißt es in der SPD. Der Ex-Minister, der Platzeck lange seinen Rauswurf nachtrug, hatte den Regierungschef wiederholt öffentlich kritisiert. Hinter Reiche soll die SPD-Landesliste, die auch die innerparteiliche Stellung der Kandidaten widerspiegelt, nach dem Platzeck-Vorschlag wie folgt besetzt werden: Auf Platz zwei die Bundestagsabgeordnete Petra Bierwirth, dann Danckert auf drei, auf Platz vier die Potsdamer Abgeordnete Andrea Wicklein und auf fünf Stefan Hilsberg, Sprecher der ostdeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten. thm

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