Der Tagesspiegel : Steigende Exporte erfreuen die Wirtschaft Außenhandel ist Wachstumsbringer für die Region

Potsdam - Die Hauptstadtregion will die Exportquote weiter steigern. Der Außenhandel sei derzeit der Wachstumsmotor der Region, sagten Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) und sein Berliner Amtskollege Harald Wolf (Linke) am Donnerstag in Potsdam. Den Angaben zufolge exportierten die Unternehmen der Hauptstadtregion im vergangenen Jahr Waren im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro. Das waren 21 Prozent mehr als 2005.

Die Exportquote liegt jedoch in beiden Ländern deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Während die Quote bundesweit etwa 40 Prozent beträgt, kommt Brandenburg lediglich auf 24 Prozent und Berlin auf etwas mehr als 30 Prozent. Allerdings waren beide Länder nach der Wende auch von einem niedrigen Niveau gestartet. In Brandenburg lag die Exportquote Mitte der 90er Jahre bei zehn und in Berlin bei unter 20 Prozent.

Im ersten Halbjahr verzeichnete Brandenburg ein Exportwachstum von fast 32 Prozent. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam rechnet für das gesamte Jahr mit dem dritten Rekordergebnis in Folge. Nachdem 2006 Waren im Wert von 8,8 Milliarden Euro aus Brandenburg in andere Länder gingen, könne in diesem Jahr erstmals die Zehn-Milliarden-Grenze überschritten werden, sagte IHK-Präsident Victor Stimming. Besonders hohe Steigerungen verzeichne Brandenburg bei Ausfuhren nach Australien/Neuseeland (plus 77,4 Prozent), Afrika (plus 78,2) und Lateinamerika (plus 108,6).

Berlin führte 2006 Waren im Wert von mehr als elf Milliarden Euro aus. Im ersten Halbjahr gab es Steigerungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast zehn Prozent. Wolf sagte, die weitere Internationalisierung sei eine Schlüsselfrage für die Wirtschaftsregion. Insbesondere solle eine noch bessere Verflechtung mit Osteuropa erreicht werden. Besonders wichtig sei auch die Präsentation bei Messen.

Junghanns sagte, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen hätten beim Export noch Nachholbedarf. Die Landesregierung werde bis zum Jahresende ein Außenwirtschaftskonzept vorlegen. Dieses werde unter anderem die Einführung von Außenwirtschaftsassistenten beinhalten. Er verwies zudem auf das bereits vorhandene Förderprogramm „Innovationsassistent“. Dabei könnten kleine und mittlere Firmen für zwei Jahre Lohnkostenzuschüsse zur Beschäftigung von Hochschulabsolventen erhalten. Diese sollten außenwirtschaftliches Know-how sowie Landes- und Sprachkenntnisse in die Unternehmen bringen. ddp

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