Stellenstreichungen : Mitarbeiter drohen Telekom mit Arbeitskampf

"Eine Provokation für die Beschäftigten" nennt die Gewerkschaft Verdi die geplanten Stellenstreichungen bei der Telekom. Der Konzern droht damit, die Buchhaltung ins Ausland zu verlagern und die knapp 50 Standorte auf sechs zu reduzieren.

BonnDer Telekom-Führung steht offenbar wegen geplanter Stellenstreichungen im Finanzbereich ein neuer Konflikt mit den Arbeitnehmern ins Haus. "Die geplanten Einschnitte bei der Buchhaltung sind eine Provokation für die Beschäftigten und den Sozialpartner", sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder. Die Deutsche Telekom will dem Vernehmen nach rund ein Drittel der insgesamt 1200 Arbeitsplätze in der Buchhaltung abbauen und die Zahl der Standorte von 48 auf sechs reduzieren.

Schröder verlangte eine Garantie für Mitarbeiter und den Erhalt der regionalen Struktur. "Wenn die Telekom diese Pläne aufgibt, dann sind wir bereit, über ein zukunftsweisendes Konzept zu reden." Er forderte zudem, dass der Bonner Konzern die Drohung fallen lässt, die Buchhaltung nach Osteuropa zu verlagern. Die Telekom hatte bestätigt, dass Einschnitte bei der Buchhaltung und im Rechnungswesen geplant sein, um die Produktivität zu steigern. Zum Umfang hatte das Unternehmen keine Angaben gemacht.

Mit dem Konflikt um den Mitarbeiterabbau im Finanzwesen geht der Konflikt zwischen Verdi und Telekom-Führung in eine neue Runde. Im Sommer hatte Mitarbeiter der Gesellschaft wochenlang gegen Ausgliederungspläne verbunden mit den Wechsel von rund 50.000 Menschen auf schlechter bezahlte Arbeitsplätze gestreikt. Vor wenigen Wochen erhielt der Streit durch den Verkauf von Unternehmensteilen neuen Auftrieb. Schröder, der im Aufsichtsrat der Telekom sitzt, sprach in diesem Zusammenhang von einem "Kulturwandel", da der Telekom-Vorstand den Konzernumbau gegen die Mitarbeiter umsetze. (mit dpa)