Steuern : Fahrtkosten können voll absetzbar sein

Kosten für regelmäßige Fahrten zu einer berufsbegleitenden Weiterbildungsmaßnahme werden steuerlich nicht per Pendlerpauschale abgerechnet – sie können in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden. Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs in München gilt der Veranstaltungsort auch dann nicht als weitere regelmäßige Arbeitsstätte, wenn die berufliche Bildungsmaßnahme längerfristig, aber vorübergehend und nicht auf Dauer angelegt ist (Az.: VI R 66/05). Die Pendlerpauschale komme steuerlich nur im Falle einer regelmäßigen Arbeitsstätte zum Tragen, wie das Institut für Wirtschaftspublizistik (IWW) in Würzburg erläutert.

In dem vorliegenden Fall hatte ein Arbeitnehmer neben seiner Vollbeschäftigung eine knapp vierjährige Weiterbildung an einer Beruflichen Schule absolviert. Beim Finanzamt machte er eine Entfernungspauschale auf Kilometerbasis und Mehraufwendungen für Verpflegung geltend. Die Steuerbeamten erkannten jedoch nur die Fahrtkosten an – mit der Begründung, bei der Schule handele es sich um eine weitere regelmäßige Arbeitsstätte des Mannes.

Der Bundesfinanzhof urteilte zugunsten des Mannes und entschied, dass das Finanzamt die Fahrtkosten sogar in voller Höhe anerkennen muss. Die Mehrkosten für Verpflegung wurden ihm dagegen aberkannt, da sie nur für die ersten drei Monate der Bildungsmaßnahme absetzbar gewesen seien.

Wer vom Arbeitgeber ein Fortbildungsseminar bezahlt bekommt, der darf die Kosten nicht auch noch von den Steuern abziehen. Finanzbeamte werden misstrauisch, wenn ein Arbeitnehmer angeblich eine mehrere tausend Euro teure Weiterbildung aus eigener Tasche finanziert hat. dpa/AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar