Steuervorschläge : Sarrazin gibt Ackermann Kontra

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin hat die Vorschläge von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann abgelehnt, ermäßigte Steuern für Holdinggesellschaften einzuführen.

Berlin"Das ist keine Frage ob wir wollen, wir können nicht", sagte Sarrazins Sprecherin dem Tagesspiegel am Sonntag. Die Möglichkeiten der Länder und Kommunen in Deutschland, die Steuern oder auch nur deren Höhe selbst festzulegen, seien nun einmal ausgesprochen gering. Niedrigere Hebesätze bei Gewerbesteuer und Grundsteuer oder eine Senkung der Grunderwerbsteuer lehnt die Finanzverwaltung ab. "Über eine Senkung denken wir nicht nach", sagt Sarrazins Sprecherin. Berlin sei auf die Einnahmen angewiesen. "Wir können es uns nicht leisten, dass uns Steuern entgehen."

Auch die Wirtschaft ist skeptisch. Dass Dachgesellschaften anders besteuert werden als andere Unternehmen, hält der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für nicht machbar. "Was den Unternehmen wirklich nützt, sind schnelle und verbindliche Auskünfte der Finanzverwaltung, was voll steuerpflichtig ist, oder vielleicht nur teilweise steuerpflichtig", sagte Alfons Kühn, Leiter der DIHK-Steuerabteilung. "Am wichtigsten und am flexibelsten ist der Vollzug."

Ackermann hatte am Dienstag bei einem Vortrag vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin eine niedrigere Besteuerung von Holding-Gesellschaften angeregt, um Berlin zu einem Standort für fusionierte europäische Konzerne zu machen. (Tsp)

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