Stichwahlen : Ghanaer wählen neuen Präsidenten

Die Wähler im westafrikanischen Ghana haben am Sonntag einen neuen Präsidenten bestimmt. Friedlich soll die Stichwahl in Ghana vonstatten gegangen sein, berichten Beobachter. Trotzdem werfen sich beide Seiten gegenseitig Wahlfälschung vor.

Ghana
Die Wahlen in Ghana gingen friedlich zu Ende. -Foto: dpa

Nairobi/AccraDie Stichwahl zwischen Nana Akufo-Addo von der bisher regierenden Neuen Patriotischen Partei (NPP) und John Atta Mills vom Nationaldemokratischen Kongress (NDC) verlief Berichten zufolge friedlich. Beide Seiten warfen sich jedoch gegenseitig Wahlfälschung vor. Der Stichentscheid war angesetzt geworden, nachdem keiner der Kandidaten in der ersten Runde am 7. Dezember die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen erzielt hatte. Im ersten Durchgang hatte Akufo-Addo mit 49,1 Prozent der Stimmen gewonnen, Mills kam auf 47,9 Prozent. Der scheidende Präsident John Kufuor darf nach zwei Amtsperioden nicht wieder antreten.

Beobachter rechneten für die Stichwahl mit einer hohen Wahlbeteiligung und einem knappen Ergebnis. Rund 12,5 Millionen Wähler waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ergebnisse werden erst am Dienstag erwartet. Die Wahl fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Grenzen nach Togo, zur Elfenbeinküste und nach Burkina Faso waren geschlossen worden.

Wahlhelfer wurden schikaniert

Laut Berichten gab immer wieder Versuche von Gruppen von Männern, Wahlurnen zu entwenden, vor allen in Hochburgen der NDC. Die NPP erklärte, ihre Wahlhelfer seien von NDC-Anhänger unter anderem in der Hauptstadt Accra schikaniert worden.

Keiner der beiden Kandidaten dürfte im Fall einer Wahl den bisherigen politischen Kurs wesentlich ändern. Ghana, das traditionell Kakao und Gold exportiert, wird nach dem Fund neuer Verkommen von Ende 2010 an im kommerziellen Stil Erdöl fördern. (mpr/dpa)