Stiftung Preußischer Kulturbesitz : Parzinger will weiter graben

Der künftige Chef der Stiftung Preußischer Kulturbesitz will sich weiterhin an archäologischen Ausgrabungen beteiligen. Seine sensationellen Skythenfunde sind ab Juli im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Hermann Parzinger, der künftige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, will sich weiterhin an archäologischen Ausgrabungen beteiligen. Freiräume, die ihm das neue Amt lasse, wolle er für seine eigene Forschung nutzen, sagte Parzinger dem Tagesspiegel im Interview. Es gebe Überlegungen, in Kasachstan Grabhügel auszugraben, in denen die Saken, ein mit den Skythen verwandtes Reiternomadenvolk, ihre Toten bestatteten. Seine sensationellen Skythenfunde in Sibirien und in der Mongolei stellt Parzinger ab dem 6. Juli im Berliner Martin-Gropius-Bau aus.

Der 48-jährige Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts war am vergangenen Freitag in Berlin zum künftigen Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gewählt worden. Er tritt im März 2008 die Nachfolge von Klaus-Dieter Lehmann an. Für das geplante Humboldt-Forum wünscht sich Parzinger, dass "das Stadtschloss mit seinen Fassaden" wieder aufgebaut wird, innen aber solle für die Präsentation der außereuropäischen Sammlungen "etwas völlig Neues gestaltet" werden. Neben dem Humboldt-Forum und der Vollendung der Museumsinsel sieht Parzinger die Belebung des Kulturforums im Stadtteil Tiergarten als weitere große Aufgabe. (Tsp)