STIMMEN ZU GROTTIANS ABSCHIED : „Der letzte politische Kämpfer“

„Grottian war ein treuer Kollege in vielen wilden Kampagnen. Er hat das Recht dort verteidigt, wo er es verletzt sah, vor solchen, die glaubten, es sich leisten zu können. Er war keineswegs ein leichter Partner und schon gar kein fügsamer. Ich ahne, dass mit ihm eine Epoche am OSI zu Ende geht, er ist offenbar der letzte der leidenschaftlichen politischen Kämpfer“ (Eberhard Lämmert, FU-Präsident 1976 bis 1983).

„Die Freie Universität ist ärmer ohne ihn. Er ist ein Professor, der seinen Titel sehr ernst genommen hat – im Wortsinne als ,Bekenner‘. Wer ihn despektierlich als ,Bewegungsprofessor‘ bezeichnet, darf nicht Grottians große Leistungen in der Lehre vergessen. Er hat am Otto-Suhr-Institut die größte Zahl aller Diplomanden zum Erfolg gebracht. Da sollte man ihm nicht vorwerfen, dass er nicht so viel publiziert hat wie andere“ (Elmar Altvater, emeritierter FU-Politologe).

„Ich schätze Peter Grottian als meinen Nachbarn auf dem Flur im OSI sehr. Mit seiner Umtriebigkeit ist es ihm immer wieder gelungen, für verdrängte Themen zu sensibilisieren – als kompetenter Experte für sein Fachgebiet Verwaltungslehre und als engagierter Bürger. In einer völlig von den Medien überformten Öffentlichkeit ist er das Salz in einer immer fader werdenden Suppe. Die Kritik an ihm war deshalb oft überzogen“ (Hajo Funke, FU-Politologe).

„Er hätte sich lieber ein bisschen mehr um die Wissenschaft kümmern sollen als immer nur um Unruhe“ (Uwe Wesel, emeritierter FU-Jurist).