Stockholm : Alternative Nobelpreise für Friedens- und Umweltprojekte

Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an vier Preisträger aus Kenia, Sri Lanka, Kanada und Bangladesh. Der Jurist Christopher Weeramantry wurde von der Jury für seinen lebenslangen Einsatz für das Völkerrecht geehrt.

Stockholm In Stockholm sind die Alternativen Nobelpreise für dieses Jahr vergeben worden. Die mit insgesamt zwei Millionen Schwedischen Kronen (umgerechnet etwa 220.000 Euro) dotierten Right Livelihood Awards gehen an insgesamt vier Preisträger. Der Jurist Christopher Weeramantry (Sri Lanka) wurde von der Jury für seine "lebenslange bahnbrechende Arbeit für die Stärkung und Ausweitung des Völkerrechts" geehrt. Weeramantry wurde durch seine Stellungnahme als Richter am Internationalen Gerichtshof bekannt, in der er begründete, warum die Anwendung oder Drohung mit Nuklearwaffen immer gegen das Völkerrecht verstoße.

Die Kenianerin Dekha Ibrahim Abdi erhält die Auszeichnung für ihren erfolgreichen Einsatz für Frieden und Konfliktlösung an vielen Krisenherden der Welt. Dabei habe Abdi in unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Situationen gezeigt, wie religiöse und andere Differenzen sogar nach gewalttätigen Konflikten versöhnt werden können, hieß es in der Begründung der Jury. 

Warnung vor Genfood

Die kanadischen Preisträger Percy und Louise Schmeiser wiederum hätten die Welt auf die Gefahren für die Landwirtschaft und die Artenvielfalt aufmerksam gemacht, die von der zunehmenden Marktdominanz und dem aggressiven Marketing solcher Firmen ausgingen, die Saatgut gentechnisch verändern.

Die Juroren zeichnete zudem die Firma Grameen Shakti (Bangladesch) aus, die in Tausenden bangladeschischen Dörfern durch schnelle und massive Verbreitung von Solartechnik eine kostengünstige und klimafreundliche Energieversorgung ermöglicht habe, die die Gesundheit, Bildung und Produktivität fördere.

Die Right Livelihood Award Stiftung ist eine gemeinnützige schwedische Stiftung, die bisher 123 Preisträger aus 56 Ländern ausgezeichnet hat. Die Preise wurden 1980 von Jakob von Uexküll gegründet, um "jene zu ehren und zu unterstützen, die praktische und beispielhafte Antworten auf die dringendsten Herausforderungen unserer Zeit verwirklichen". (mit ddp)