Der Tagesspiegel : Stolze Airport-Gegner Initiative „Plan B“ holte südlich Berlins 6,5 Prozent

Für einen Sitz im Landtag reicht das aber nicht.

Zossen/Schönefeld - Selbst eine Wahlniederlage kann manchmal zum Erfolg werden: So hat die Wählervereinigung „Plan B“ aus Zossen mit ihrer erstmaligen Teilnahme bei der Landtagswahl nach eigenem Bekunden ein Achtungssignal gesetzt. „Wir haben gewonnen – neue Verbündete in unseren Nachbargemeinden, neues Selbstvertrauen in unsere Arbeit, neue Interessenten und Wohlgesonnene und viel Unterstützung aus der Bevölkerung“, heißt es von dem Zusammenschluss mehrerer Bürgerinitiativen. Sie schickte mit Andreas Noack einen unabhängigen Kandidaten ins Rennen um den Wahlkreis 25, in dem große Teile des Großflughafens BBI liegen. Noack konnte dort am Ende 6,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, in Zossen selber holte er sogar 13 Prozent.

Mit einer gewissen Genugtuung blicken die Mitglieder auf die Verluste, die SPD-Mann Christoph Schulze hinnehmen musste. Er gewann zwar mit 26,9 Prozent wie stets seit 1990 seinen Wahlkreis, aber im Vergleich zur letzten Abstimmung fehlen rund fünf Prozent. Die hat ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit Andreas Noack abgeknöpft. Beide Kandidaten versprachen im Wahlkampf den vom Fluglärm betroffenen Anwohnern des Großflughafens ihre Unterstützung. Doch der mächtige Bürgerverein Berlin-Brandenburg, der in den vergangenen Jahren den Widerstand gegen den Airport-Bau in Schönefeld organisiert hatte, riet diesmal ab, für die großen Parteien zu stimmen. Sie hielten nicht ihre Versprechungen, lautete die Argumentation. Schulze, der sich immer wieder gegen den Standort in Schönefeld eingesetzt hatte, wurde keine starke Durchsetzungskraft innerhalb der SPD-Landtagsfraktion attestiert.

Er selbst sprach von einer „Schmutzkampagne“ von „Plan B“ und dem Bürgerverein. Er habe sich darauf nicht eingelassen und recht behalten. Allerdings fiel sein Sieg recht knapp aus. Nur jeweils etwas mehr als drei Prozent trennten Schulze diesmal von den Kandidaten der Linken und der CDU. Ste.

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