Straßenbau : Schneller nach Schönefeld

Die Autobahn A 113 wird am 23. Mai eröffnet und verkürzt die Fahrtzeiten zum Flughafen.

Klaus Kurpjuweit

SchönefeldVorbildhaft sollte der neue Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) ans Straßen- und Eisenbahnnetz angeschlossen werden. Die Autobahn A 113 mit je drei Fahrstreifen wird am 23. Mai eröffnet und stellt auch eine schnelle Verbindung zum bestehenden Flughafen in Schönefeld her. Wann die Bahn auf schnellstem Weg zum BBI kommen wird, ist dagegen weiter ungewiss.

Die Entscheidung, im ehemaligen Grenzstreifen am Teltowkanal entlang die Autobahn zu bauen, war 1994 gefallen – nach dem Festlegen des Bahnkonzeptes für Berlin. Und die Bauarbeiten für die Verbindung vom Dreieck Neukölln über Schönefeld zum neuen Waltersdorfer Dreieck begannen im September 1999. Abschnittsweise konnte die Strecke eröffnet werden; 2005 bis zur Anschlussstelle Adlershof. Jetzt folgt der knapp zehn Kilometer lange Rest, der am Flughafen über die ehemalige nördliche Start- und Landebahn führt. Der Bau der insgesamt 20,3 Kilometer langen neuen A 113 hat 406 Millionen Euro gekostet.

Entstanden sind auch zwei Tunnel, die es möglich machen, an der Oberfläche Grünanlagen miteinander zu verbinden. Für einen durchgehenden Tunnel, wie ihn Anwohner im Rudower Bereich gefordert hatten, fehlte das Geld. Eine Klage vor Gericht scheiterte. Jetzt gibt es bis zu neun Meter hohe Lärmschutzwände; auch direkt vor Häusern.

Die beiden Tunnel haben die modernsten Sicherheitstechniken erhalten. Der Verkehr wird mit 65 Kameras überwacht, in 20 Notrufkabinen kann Hilfe angefordert werden. Die Fahrbahnmarkierungen auf der neuen Strecke sind erstmals geriffelt, um nachts Licht reflektieren zu können. Eine Beleuchtung der Autobahn lehnten die Planer ab, um nicht an den einst ebenfalls beleuchteten Grenzstreifen zu erinnern.

Unabhängig davon musste die Baustelle ständig bewacht werden, weil sich Diebstähle und Vandalismus gehäuft hatten. Allein um Graffiti zu beseitigen, mussten schon jetzt rund 100.000 Euro ausgegeben werden.

Parallel zur Autobahn entsteht wie bereits an anderen Abschnitten ein Fuß- und Radweg. Er wird wahrscheinlich Ende des Jahres fertig. Immer noch weit vor dem Bau der Gleise für die Bahn.

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