Straßenrad-WM : Cancellara verteidigt Titel im Zeitfahren

Der Schweizer Fabian Cancellara hat bei den Rad-Weltmeisterschaften in Stuttgart wie schon im Vorjahr den Titel im Einzelzeitfahren gewonnen. Auch die beiden deutschen Starter waren vorne mit dabei.

Andreas Zellmer,Benjamin Haller[dpa]
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Wer hat's gewonnen? Der Schweizer. -Foto: AFP

StuttgartDer deutsche Zeitfahr-Meister Bert Grabsch aus Wittenberg verpasste auf Platz vier die Bronzemedaille von Stef Clement aus den Niederlanden um 14 Sekunden. Der zweite deutsche Starter Sebastian Lang (Erfurt) wurde in 56:58 Minuten Fünfter und wiederholte damit seine Platzierung der Titelkämpfe von Salzburg von vor einem Jahr.

Den Titel auf der 44,9 Kilometer langen Strecke sicherte sich erwartungsgemäß wie im Vorjahr Fabian Cancellara, der die erste Woche bei der Tour de France in Gelb gefahren war. Der 26-jährige Schweizer, bei CSC Team-Kollege von Jens Voigt, verwies in 55:41 Minuten Altmeister Laszlo Bodrogi (Ungarn/56:33) und den Überraschungs-Dritten Clement (56:39) auf die Medaillenränge. Cancellara hatte auf dem Weg zu seinem Sieg die beiden vor ihm gestarteten Fahrer Wladimir Gusew (Russland) und David Zabriskie (USA) überholt.

Trotz "undankbarer" Plätze: Grabsch und Lang zufrieden

Grabsch, der das erste Vuelta-Zeitfahren in Saragossa gegen starke Konkurrenz gewonnen hatte, konnte den Rückwind aus Spanien nicht richtig nutzen. Dennoch war der in der Schweiz lebende Brandenburger mit seinem ersten WM-Auftritt im Zeitfahren recht zufrieden: "Obwohl ich Bronze knapp verpasst habe, bin ich zufrieden. In der ersten Runde bin ich bei den Abfahrten zurückhaltend gefahren, weil der Asphalt noch nass war. Wenn ich in einer späteren Gruppen hätte starten können, hätte ich vielleicht eine Medaille geholt."

Lang vom Team Gerolsteiner, der zum WM-Auftakt für Aufsehen gesorgt hatte, als er die Doping belasteten deutschen Profis Erik Zabel, Patrik Sinkewitz und Jörg Jaksche heftig angegriffen hatte, fehlte nach eigener Aussage die "Wettkampfhärte" für eine bessere Platzierung: "Die letzten 300 Meter dachte ich, es wären fünf Kilometer".

"Mit meinem Fersenbeinbruch bin ich lange ausgefallen und konnte nicht die Tour de France fahren. Hätte ich die in den Beinen gehabt, hätte es vielleicht anders ausgesehen. Unter diesen Umständen bin ich zufrieden, dass ich mit der Weltspitze mithalten konnte", sagte der Erfurter, der am Sonntag beim Straßenrennen nicht im neunköpfigen Aufgebot des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) stehen wird.