Streiks : Bahn-Reisende bleiben weiter sitzen

Vor den Spitzengesprächen zwischen Bahnchef Mehdorn und den Gewerkschaften wurden die Streiks an einzelnen Schwerpunkten fortgesetzt. Die Lokführergewerkschaft hat die Streiks vorerst ausgesetzt. Bahnreisenden drohen dennoch weiterhin lange Wartezeiten.

Bahnreisende bleiben weiter sitzen
Muskelspiele vor dem Spitzengespräch: Streiks haben vielerorts wieder für lange Wartezeiten gesorgt. -Foto: AFP

HamburgUnmittelbar vor dem Spitzengespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn haben die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA die bundesweiten Warnstreiks fortgesetzt. Am dritten Tag der Arbeitsniederlegungen lag der Schwerpunkt der Aktionen in Hessen und Rheinland-Pfalz. Am Kasseler Hauptbahnhof wurde der Zugverkehr stark beeinträchtigt. Rund 80 Beschäftigte seien dort in einen befristeten Ausstand getreten, teilte die Gewerkschaft Transnet mit. Auch in Hanau, Fulda, Mainz und Rüsselsheim kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs. Für den späten Vormittag waren zudem Aktionen in Wiesbaden geplant.

Laut Deutscher Bahn AG waren unter anderem die ICE-Linien Hamburg-Kassel-München, Hamburg-Kassel-Frankfurt-Basel, Berlin-Braunschweig-Frankfurt-Basel, Berlin-Braunschweig-Stuttgart-München und Dresden-Leipzig-Frankfurt betroffen. Züge müssten umgeleitet werden, was zu Verspätungen führe. In der Region sei auch der Nahverkehr betroffen. Auf der Strecke Mainz-Worms ruhe der Verkehr komplett.

Auch in Stralsund, Nürnberg, Halle (Saale), Potsdam und Sangerhausen legten Bahn-Beschäftigte die Arbeit nieder. Zu einem Chaos im Berufsverkehr kam es aber nicht.

Lokführergewerkschaft setzt Streiks aus

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die noch für massive Verspätungen und Zugausfälle gesorgt hatte, will bis zu dem für den Vormittag in Berlin angesetzten Gespräch der Gewerkschaften mit Bahnchef Mehdorn keine Aktionen durchführen. Transnet-Chef Norbert Hansen sagte, er erwarte bei dem Treffen ein deutlich verbessertes Angebot der Bahn. Bei erfolglosen Gesprächen gebe es einen Streikplan der Gewerkschaften mit einer Erhöhnung des Drucks in mehreren Wellen. Die Gewerkschaften fordern 7 Prozent Entgeltsteigerung, die Bahn hat bisher auf 30 Monate gestreckt zwei Mal je 2 Prozent Erhöhung angeboten.

In Stralsund ließen Mitarbeiter der Fahrdienstleitung ihre Arbeit ruhen. Insgesamt 18 Züge waren nach Transnet-Angaben davon betroffen. In Nürnberg traten am Rangierbahnhof mehrere Beschäftigte in einen Warnstreik. Dies führte zu Störungen im Güterverkehr. In Halle (Saale) und Sangerhausen legten rund 30 Mitarbeiter der Stellwerke für zwei Stunden die Arbeit nieder. Dies hatte Auswirkungen auf die Strecken Halle-Kassel und Erfurt-Magdeburg. In Potsdam wurden im Reisezentrum die Kunden nicht bedient. (mit dpa)