Der Tagesspiegel : Streitkräftereform: Führungskommando der Bundeswehr kommt nach Potsdam

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Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr, das mit der Streitkräftereform gebildet werden soll, wird seinen Standort nach Informationen der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" in Potsdam erhalten. Es soll an die Stelle der bisher drei Führungskommandos des Heeres (Koblenz), der Luftwaffe (Köln) und der Marine (Glücksburg) treten. Für das Einsatzführungskommando, das 2002 seine Arbeit aufnehmen solle, sei die Henning-von-Tresckow-Kaserne in Potsdam-Geltow vorgesehen. Diese Entscheidung bedeute einen wesentlichen Schritt zur Erhaltung des Bundeswehrstandortes Potsdam, berichtet die Zeitung.

Potsdam ist bisher Sitz des Stabes des IV. Korps, das mit der Umgliederung der Bundeswehr und der geplanten Senkung der Personalstärke auf 280 000 Soldaten aufgelöst wird. Außerdem wird der Potsdamer Kasernenkomplex derzeit vom Verteidigungsbezirkskommando 84, dem Stabs- und Fernmelderegiment 410 und weiteren Fernmeldern der Bundeswehr genutzt. Insgesamt sind an diesem Standort 1300 Soldaten und zivile Mitarbeiter tätig.

Der Pressechef des IV. Korps, Oberstleutnant Manfred Dormeier, bestätigte auf Anfrage die Entscheidung, ab 2001 in Potsdam das Einsatzführungskommando der Streitkräfte aufzustellen. Es werde "mit der Führung von Einsätzen im gesamten Spektrum der Landesverteidigung im Bündnis, kollektiver Verteidigung sowie Konfliktverhinderung und Krisenbewältigung beauftragt". Dafür werde die vorhandene Infrastruktur der Tresckow-Kaserne genutzt. Zurzeit laufen Untersuchungen, welche Umbaumaßnahmen für das neue Kommando erforderlich sind. Über den Umfang der Baumaßnahmen seien noch keine genauen Angaben möglich, erklärte Dormeier.

Vom Stab des IV. Korps werde der große Teil des Personals zur Aufstellung des Einsatzführungskommandos herangezogen, das durch Soldaten von Luftwaffe, Marine und des Sanitätsdienstes ergänzt werden soll. Über die genaue Personalstärke des neuen Kommandos sei noch nicht entschieden, jedoch gehe er davon aus, dass sie die des Stabes des IV. Korps übersteigt, erklärte Dormeier gegenüber den "Potsdamer Neuesten Nachrichten". Man hoffe, dass auch für die zivilen Mitarbeiter eine Aufgabe in dem neuen Stab gefunden werden könne. Man könne davon ausgehen, dass dieser Stab für die Bundeswehr eine erhebliche Bedeutung habe.

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