Studie : Besonders West-Langzeitarbeitslose von Altersarmut bedroht

Westdeutsche, die längere Zeit arbeitslos sind, laufen Gefahr im Alter arm leben zu müssen, da sie wenig in die Rentenkassen einzahlen. Am besten kommen Ältere aus Ostdeutschland weg: Sie profitieren davon, dass sie zu DDR-Zeiten durchgehend beschäftigt waren.

NürnbergVor allem westdeutschen Langzeitarbeitslosen droht aus Sicht von Arbeitsmarktforschern später Altersarmut. Vor ihrer Arbeitslosigkeit zahlten sie kürzer und zudem geringere Beiträge in die Rentenkasse als ostdeutsche Langzeitarbeitslose. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Nach Einschätzung des Instituts dürften die meisten westdeutschen Langzeitarbeitslosen später so wenig Rente beziehen, dass sie davon allein nicht leben könnten. Sie dürften deshalb im Alter auf das Einkommen des Partners oder auf ergänzende Sozialhilfe angewiesen sein. Das IAB gehört zur Bundesagentur für Arbeit (BA).

Steigende Gefahr bei jüngeren Ostdeutschen

Am wenigsten von Altersarmut bedroht sind nach IAB-Erkenntnissen ältere Arbeitslose in Ostdeutschland. Sie profitierten davon, dass sie zu DDR-Zeiten fast ohne Unterbrechung beschäftigt waren. Bei den nachrückenden ostdeutschen Jahrgängen steige jedoch die Gefahr, dass die schwierige Arbeitsmarktlage dort größere Lücken in die Alterssicherung reißt, schreibt die Arbeitsmarktforscherin Christina Wübbeke. "Damit dürfte künftig insbesondere im Osten das Risiko der Altersarmut steigen", stellte die IAB-Forscherin fest.

Für Empfänger des Arbeitslosengeldes II (ALG II) würden nur geringe Beträge in die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit wachse deshalb auch das Risiko, im Alter arm und auf Sozialhilfe angewiesen zu sein.

Dieser Effekt werde dadurch verstärkt, dass das aktuelle Sozialrecht die individuellen Beitragsausfälle durch Arbeitslosigkeit heute weniger stark ausgleicht als früher. Auf der anderen Seite könnten aber die Ansprüche aus Riester-Verträgen und anderen Formen der Altersvorsorge bei den jüngeren Jahrgängen steigen. (mit dpa)