Studie : Experten: Krieg gegen Terrorismus ist ein "Desaster"

Nach Ansicht britischer Experten hat der Westen im so genannte Krieg gegen den Terrorismus gefährliche Fehler begangen. In ihrer Studie fordern sie einen Kurswechsel in Afghanistan und im Irak - und warnen vor einem Angriff auf Iran.

LondonUm das Terrornetzwerk Al Qaida besiegen zu können, müsse der Westen sein Vorgehen im Irak und in Afghanistan grundlegend ändern und unbedingt von Angriffen auf den Iran absehen, heißt es in einer Studie der liberalen Expertengruppe Oxford Research Group.

Darin werden der britischen Regierung der vollständige Rückzug aus dem Irak und die schrittweise Verringerung der militärischen Operationen in Afghanistan empfohlen. "Der Westen muss einfach erkennen, welche gefährlichen Fehler in den letzten sechs Jahren gemacht wurden und die Notwendigkeit einer neuen Politik erkennen", erklärte der Leiter der Studie, Paul Rogers. "Jeder einzelne Aspekt des Krieges gegen den Terrorismus war im Irak und in Afghanistan kontraproduktiv, von den Opfern unter Zivilisten bis hin zu Massenverhaftungen ohne Gerichtsverfahren. Es war ein Desaster." Der Westen habe damit Al Qaida ungewollt in die Hände gespielt.

Die Studie wurde im Vorfeld eines Berichtes des britischen Premierministers Gordon Brown zum bisherigen und künftigen Vorgehen seiner Regierung im Irak veröffentlicht. Von der Rede Browns am Nachmittag im Unterhaus erwarteten Beobachter Aufschluss über mögliche weitere Reduzierungen der britischen Truppenstärke im Irak. Brown hatte in der vergangenen Woche in Bagdad nach einer Unterredung mit der irakischen Regierung den Abzug von insgesamt 1000 Soldaten bis Jahresende verkündet. Danach würden bis auf weiteres noch rund 4500 britische Soldaten am Flugplatz außerhalb der südirakischen Erdölmetropole Basra stationiert bleiben. (mit dpa)