Studie : Fußball-WM war kein Konjunkturprogramm

Die Fußball-WM vor einem Jahr hat die Wirtschaft in Deutschland nicht angekurbelt. Der Einzelhandel verzeichnete sogar Umsatzrückgänge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg.

Die Fußball-WM vor einem Jahr hat die Wirtschaft in Deutschland nicht angekurbelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg über die Effekte des Großereignisses auf Einzelhandelsumsätze, Tourismus und Beschäftigung, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Demnach wurden alle zwölf Austragungsorte mit 62 spielfreien Städten verglichen. Es gebe keine wesentlichen Abweichungen der Job- und Einkommenssituation, keinerlei Effekte von gesamtwirtschaftlich signifikanter Größenordnung.

Entgegen der Prognosen habe nicht einmal der Einzelhandel profitiert, fanden die Wirtschaftswissenschaftler heraus. Tatsächlich verzeichneten die WM-Monate Juni und Juli Umsatzrückgänge, was die Autoren dem "Couch Potato Effect" zuschreiben. Statt zu shoppen haben also offenbar viele Bundesbürger im heimischen Wohnzimmer Fußballspiele angeschaut.

Auch der Tourismus legte der Studie zufolge nicht zu. Die WM- Besucher ersetzen gerade mal jene, die wegen des Sportereignisses weggeblieben waren. "Die WM war entgegen allen Annahmen kein Konjunkturprogramm, doch für das Image und die Stimmung im Land von unermesslichem Wert", urteilten die Autoren. Zumal die Geburtenrate neun Monate nach der WM deutlich steige: "Angesichts der ansonsten fatalen Geburtenentwicklung in Deutschland könnte dies nicht nur einer der schönsten, sondern auch einer der volkswirtschaftlich nachhaltigsten Effekte der WM 2006 sein." (mit dpa)