Studie : In Brandenburg finden 40 Prozent der Jugendlichen den Ausländeranteil zu hoch

Brandenburger Jugendliche blicken optimistisch in die Zukunft. Ihre Einstellung zu Rechtsextremismus und Ausländern ist allerdings bedenklich.

Ausländerfeindlichkeit ist unter Brandenburger Jugendlichen noch immer weit verbreitet. Es sei zwar eine "positive Entwicklung", dass "mehr als 60 Prozent" eine rechtsextreme Einstellung völlig ablehnten, sagte der Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bei der Vorstellung der neuesten Jugendstudie am Dienstag in Potsdam. Das sei der höchste Wert seit Beginn der Studie. Der Anteil von rund 40 Prozent der Jugendlichen, die meinen, dass es zu viele Ausländer in Brandenburg gebe, sie aber "immer noch deutlich zu hoch", räumte Platzeck ein.

Insgesamt blick Brandenburgs Jugend 20 Jahre nach der Wende optimistisch in die Zukunft. Familie, Kinder, Bildung und Beruf spielen der Studie zufolge im Wertesystem brandenburgischer Jugendlicher zunehmend eine wesentliche Rolle. "Die Ost-West-Diskussion verliert hingegen für die nachwachsende Generation in Brandenburg ihre Relevanz", sagte Platzeck.

Nach den aktuellen Ergebnissen der seit 1991 laufenden Zeitreihenstudie "Jugend in Brandenburg" bewerten die 12- bis 20-Jährigen ihre Berufschancen zuversichtlicher als je zuvor. 65,4 Prozent bewerten ihre Berufschancen als "eher hoch". Soziale Werte wie Familie hätten in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, sagte der Direktor des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK) an der Universität Potsdam, Dietmar Sturzbecher. Belastungen in Familien durch Arbeitslosigkeit und schwierige finanzielle Situationen seien in den vergangenen Jahren zurückgegangen. (sf/dapd)

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