Studie : Tausende Stellen in deutscher Automobilindustrie in Gefahr

Auf die deutsche Automobilbranche kommen offenbar harte Zeiten zu. Bis zu 20.000 Stellen könnten in den kommenden fünf Jahren wegfallen – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der "Welt am Sonntag" vorliegt.

Berlin"Im Produktionsbereich werden bei den Autobauern nach unserer Einschätzung bis 2013 zwischen 15.000 und 20.000 Arbeitsplätze entfallen", schreibt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in der Studie. Nach 2009 soll das Wachstum der deutschen Autobauer an Deutschland vorbeigehen. Die Kapazitäten im Inland müssten um 370.000 Autos abgebaut werden - das entspreche einer Autofabrik.

Der Hintergrund der düsteren Prognose: Künftig werde ein größerer Teil der Autos als bisher lokal in den Märkten Russland und USA gebaut, so Dudenhöfer. Derzeit wird die Nachfrage in Russland und den USA zumeist durch Exporte aus Europa abgedeckt. Angesichts des schwachen Dollar und der hohen Einfuhrzölle in Russland belastet dies die Gewinnspanne der Hersteller erheblich. "Der Dollarkurs beschleunigt daher den Kapazitätsaufbau in den USA", sagt Dudenhöffer. Derzeit verkauften deutsche Hersteller in den USA im Jahr 903.000 Autos, produzierten dort aber nur 670 000 Stück. Bis 2013 werde dieser Netto-Export-Effekt von heute 233.000 Fahrzeugen auf 100.000 sinken, erwartet Dudenhöffer.  (mfa/dpa)