Der Tagesspiegel : Studie zur Bevölkerungsentwicklung: Jeder Zweite ist ein Ex-Berliner

Den Randregionen Brandenburgs laufen die Menschen weg. Das ist nichts neues. Neu ist, dass es so weiter gehen wird. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), das die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg i.V. (UVB) in Auftrag gegeben hatte. Der Wegzug der Menschen werde drastische Folgen für das Bildungssystem und die Wirtschaft haben, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Hartmann Kleiner am Dienstag.

Zu den Ergebnissen der Studie gehört, dass sich im Land Brandenburg Berlin-nahe und Berlin-ferne Regionen extrem unterschiedlich entwickeln. Während an der Peripherie von 1995 bis 1999 nahezu 14 Prozent der Arbeitsplätze wegfielen, blieb die Beschäftigung im Berliner Umland stabil. Die wachstumsstärksten Umlandregionen konnten sogar Gewinne von über 20 Prozent verzeichnen. Die Bevölkerungszahl in Berlin-Brandenburg in den nächsten zehn Jahren zwar weitgehend gleich bleiben, doch wird dies von Verschiebungen in der Bevölkerungsverteilung und der Altersstruktur begleitet, wie Kleiner sagte. Die Randregionen Brandenburgs werden bis 2015 weitere elf Prozent ihrer Bevölkerung verlieren. Dagegen werden die Umlandregionen durch Zuwanderung aus Berlin ein Bevölkerungsplus von über 20 Prozent erreichen. Dabei wird der Anteil ehemaliger Berliner an der Umland-Bevölkerung auf 40 bis 50 Prozent anzeigen.

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