Studium : Verbesserte Uni-Zulassung

Die meisten Hochschulen wollen das Chaos bei der Besetzung ihrer Studienplätze beenden. Mit "überwältigender Mehrheit" haben die Hochschulrektoren der schrittweisen Einführung eines neuen Zulassungsverfahrens zugestimmt.

Uwe Schlicht

Um zu verhindern, dass angesichts der vielen Mehrfachbewerbungen jedes Jahr Studienplätze leer bleiben, wollen die meisten Hochschulen das Serviceverfahren nutzen, das zum Wintersemester 2011/2012 mit einer neuen Software starten soll. Das erklärte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, am Mittwoch in Berlin.

Die Hochschulen hätten sich selbst verpflichtet, bis dahin eine Internetbörse zur Vermittlung frei gebliebener Plätze zu nutzen. Diese wird frühestens am 1. September freigeschaltet und dem Informationsportal „Hochschulkompass“ der HRK angeschlossen. Die Hochschulen wollten sich auch an gemeinsame Fristen halten. Für das Wintersemester soll als Bewerbungsschluss der 15. Juli gelten. Die Zulassungsbescheide sollen die Studierenden bis zum 20. August erhalten.

Durch diesen Beschluss ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag in Aachen sieht die HRK die Bedingungen des Haushaltsausschusses des Bundestages erfüllt, wonach sich alle Hochschulen an einem neuen Zulassungsverfahren beteiligen müssen. Die Bundesgelder in Höhe von 15 Millionen Euro für die Finanzierung eines dialogorientierten Zulassungsverfahrens könnten freigegeben werden. Beteiligen sich nun wirklich alle? Die genaue Zahl der Hochschulen, die diesem Beschluss zugestimmt haben, wollte Wintermantel nicht nennen. Zehn Privathochschulen sollen sich enthalten haben, weil sie von der öffentlich-rechtlichen Zulassung nicht betroffen sind. Außerdem müssen die rund 50 Musik- und Kunsthochschulen abgezogen werden, weil für sie eine Sonderprüfung der künstlerischen Begabung ausschlaggebend ist. Doch auch eine große Universität soll mit Nein gestimmt haben; zehn oder zwölf überwiegend kleinere Hochschulen hätten sich enthalten.

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