Stuttgart : Daimler-Stadion soll reine Fußball-Arena werden

Der deutsche Meister VfB Stuttgart bekommt einem Zeitungsbericht zufolge eine reine Fußball-Arena. Nach monatelangen Diskussionen habe sich der Bundesligist mit der Stadtverwaltung darauf geeinigt, dass der VfB Eigentümer des Daimler-Stadions werde.

StuttgartDer Kaufpreis beträgt nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" 55 Millionen Euro. Dieser soll sich um 15 Millionen Euro reduzieren, falls das Land auf die Rückzahlung von Zuschüssen verzichtet. Eine entsprechende Vorlage werde derzeit von Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) erarbeitet. Der Gemeinderat soll Anfang November einen Grundsatzbeschluss fassen und im kommenden Frühjahr endgültig entscheiden.

Der VfB könnte im Juni 2009 mit dem Umbau in eine reine Fußball-Arena beginnen. Erst würde das Spielfeld um eineinhalb Meter tiefergelegt, dann die Kurven neu errichtet. Das Projekt wird auf 65 Millionen Euro veranschlagt. Ein Sprecher des VfB erklärte auf Anfrage nur, dass Gespräche mit der Stadt laufen. Eine Stellungnahme der Stadtverwaltung war am Dienstagabend nicht zu erhalten.

Leichtathletik-Verband wehrt sich

Mit dem Umbau würde auch die Leichtathletik-Tradition im Daimler-Stadion enden. Seit Monaten kämpfen der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) und der württembergische Landesverband (WLV) um den Erhalt der Laufbahn. Diese würde bei einem Umbau in eine Fußball-Arena entfernt. Der WLV hatte deshalb die Initiative "Ja zur Bahn - die Leichtathletik muss im Daimler-Stadion bleiben" ins Leben gerufen. Für Präsident Jürgen Scholz wäre ein Umbau "ein massiver Eingriff in die sportliche Vielfalt der Landeshauptstadt".

Am 22. und 23. September findet in Stuttgart die zweite Auflage des World Athletics Final statt, das Saisonfinale ist bisher auch für 2008 an gleicher Stätte geplant. So steht es in einem Vertrag der Stadt mit dem Weltverband IAAF. Allerdings gab es bereits Tendenzen, das Sportfest in eine andere Stadt zu vergeben, da die Zuschauerresonanz bisher nicht zufriedenstellend war.

Dachkonstruktion bleibt erhalten

Auch nach einem Umbau, so erklärte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster kürzlich, fasse die Arena weiterhin 50.000 Zuschauer, so dass wie bei der Weltmeisterschaft 2006 internationale Fußball-Spiele stattfinden könnten. Zudem behält das 1933 erbaute Stadion seine Dachkonstruktion, die es für die Leichtathletik-WM bekommen hatte. Schuster hatte bereits im Dezember 2005 angeboten, dass der VfB das Stadion komplett übernimmt. "Die Stadt wird nicht als Bauherr auftreten und gibt auch kein Geld", hatte der Erste Bürgermeister Föll immer betont. (mit dpa)