Subprime-Kredite : HSH Nordbank ebenfalls milliardenschwer in US-Immobilienkrise verstrickt

Auch die norddeutsche Landesbank HSH ist mit Investitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro in die US-Hypothekenkrise involviert. Eine allgemeine Bankenkrise kann der der Chef des Instituts aber nicht sehen.

HamburgDie HSH Nordbank, die Landesbank der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein, sieht sich von den Erschütterungen auf den Finanzmärkten nur wenig berührt. Zwar sei auch sein Institut indirekt mit 1,8 Milliarden Euro auf den nordamerikanischen Immobilienmärkten engagiert, aber überwiegend in gewerblichen Projektfinanzierungen nach strengen eigenen Kriterien, sagte Bankchef Hans Berger. Es gebe allerdings fremdgemanagte Investments von 300 Millionen Euro, bei denen sich die Bank nicht ganz so komfortabel fühle. Für die Risiken aus diesen Geschäften wurden 50 Millionen Euro zurückgelegt. Eine gravierende Belastung des Ergebnisses sei nicht zu erwarten.

Generell sehe er keine allgemeine Bankenkrise, sagte Berger, sondern einen Liquiditätsengpass. "Es sind Fehler im Zusammenhang mit der Finanzierung von amerikanischen Privatimmobilien gemacht worden", erklärte der Vorstandschef. "Wenn man so will, liegt der Sinn der Krise gerade darin, diese Fehler zu korrigieren." Das werde nicht ohne Verluste ausgehen; daraus eine allgemeine Kreditkrise abzuleiten, wäre jedoch völlig überzogen. "Wir befinden uns sicherlich in einer schwierigen Marktsituation, sind aber überzeugt, dass sie beherrschbar ist", sagte Berger.

Auf dem Weg zur Börsenreife

Die Geschäfte der Bank, die als erste Landesbank auch private Investoren in ihren Eigentümerkreis aufgenommen hat und auf dem Weg zur Börsenreife ist, sind im ersten Halbjahr 2007 gut gelaufen. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge erhöhte sich gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um zehn Prozent auf 521 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite lag mit 15,5 Prozent auf Zielniveau. "Wir sind mit unserem Geschäftsmodell auf dem richtigen Weg", sagte Berger. Die Bank habe ihre Erträge seit der Fusion 2003 um 15 Prozent gesteigert, vor allem dank der Provisionserträge aus Dienstleistungen und komplexen Finanzierungen.

"Wir wollen auch künftig nicht nur im Wettbewerb bestehen können, sondern in möglichst vielen Geschäftsfeldern zu den Marktführern gehören", sagte Berger. Das Institut ist bereits weltweit führend in der Schiffsfinanzierung und besetzt die Hälfte des Marktes bei den norddeutschen Firmenkunden. Ein weiteres starkes Standbein sind Immobilienfinanzierungen. Wegen der großen Chancen im Bereich der erneuerbaren Energien gründet die Bank für dieses Geschäftsfeld einen neuen Unternehmensbereich. Bislang hat die Bank etwas mehr als zwei Milliarden Euro für Projekte in diesem Bereich vergeben; bis 2010 sollen es sechs Milliarden Euro werden. (mit dpa)