Subprime-Krise : US-Börsen im Aufwind nach Hilfsversprechen von Bush

Zugesagte Hilfe zur Bewältigung der Hypothekenkrise seitens der US-Regierung und der Notenbank Fed sowie starke Konjunkturdaten haben den US-Börsen stattliche Gewinne beschert.

Der Leitindex Dow Jones Industrial ging mit einem Plus von 0,90 Prozent auf 13.357,74 Zähler in das verlängerte Wochenende. Am Montag bleibt die Börse wegen des Feiertags "Labour Day" geschlossen. Im Wochenverlauf verlor der Dow 0,2 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 1,12 Prozent auf 1473,93 Punkte. An der Nasdaq kletterte der Composite-Index um 1,21 Prozent auf 2596,36 Zähler nach oben. Im Wochenverlauf war dies ein Plus von 0,7 Prozent. Der Auswahlindex NASDAQ 100 rückte um 1,27 Prozent auf 1988,73 Punkte vor.

Nach Angaben von Händlern sorgten vor allem die Aussagen von Präsident Georg W. Bush, ein Hilfspaket für in Finanznot geratene Eigenheimbesitzer zu schnüren, im Handelsverlauf für weitere Gewinne. Kurz nach Börsenstart hatte bereits Fed-Chef Ben Bernanke erneut die Handlungsbereitschaft der Notenbank unterstrichen. Die zahlreichen Konjunkturdaten hatten zudem ein positives Bild von der Wirtschaft gegeben: Die persönlichen Einnahmen, die Kernrate des Verbraucherpreis-Index PCE, der Chicago-Einkaufsmanagerindex, das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan und auch der Auftragseingang der Industrie fielen allesamt erfreulich aus.

Dell erhöht Gewinn

Im Fokus standen an diesem Tag nur wenige Unternehmen: Accredited Home Lenders machten einen Sprung um 43,42 Prozent auf 9,05 US-Dollar nach oben. Der private Finanzinvestor Lone Star hält trotz der Probleme des Immobilienfinanzierers an seinen Übernahmeplänen fest. Er senkte allerdings das Angebot auf 8,50 Dollar je Aktie in bar. Unter den Hypothekenwerten stiegen Countrywide im Zuge der Aussagen von Bush und Bernanke zudem um 1,07 Prozent auf 19,85 Dollar.

Dell hatte am Donnerstagabend Zahlen bekanntgegeben: Der zweitgrößte Personal-Computer-Hersteller der Welt erhöhte dank Restrukturierungserfolgen, höherer durchschnittlicher Verkaufspreise sowie niedrigerer Kosten den Gewinn im zweiten Geschäftsquartal deutlich. Umsatz und Gewinn seien besser als erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Eine Gewinnprognose habe das Unternehmen allerdings nicht gemacht und darauf verwiesen, dass die Ergebnisse kurzfristig während der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres durch den langsameren Rückgang der Komponentenkosten beeinträchtigt werden könnten.

Verkauf der Kunststoffsparte von GE abgeschlossn

Die Dell-Aktie dreht nach einem freundlichen Start ins Minus und büßte 0,74 Prozent auf 28,25 Dollar ein. Unter den 100 Nasdaq-Werten waren die Handelsumsätze mit 40,9 Millionen gehandelten Aktien die zweithöchsten nach Intel. Hier wurden 55,3 Millionen Aktien gehandelt. Das Papier des Chipherstellers legte um 1,86 Prozent auf 25,75 Dollar zu.

Der Mischkonzern General Electric (GE) hat den Verkauf seiner Kunststoffsparte an den saudiarabischen Petrochemiekonzern Saudi Basic Industries (Sabic) für 11,6 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der erwartete Buchgewinn nach Steuern von 1,5 Milliarden Dollar solle zum Abschluss des laufenden Aktienrückkaufprogramms verwendet werden, das ein Volumen von 27 Milliarden Dollar habe. Die Aktie stieg im Leitindex Dow Jones um 1,22 Prozent auf 38,87 Dollar.

Rohöl-Preis weiter gestiegen

Ölwerte legten zu, nachdem der Preis für Rohöl am Montag wieder die 70,00 Dollar-Marke übersprungen hatte und eine Woche konstant gestiegen war. Am Freitagnachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober zeitweise rund 74,00 Dollar. Exxon Mobil verteuerten sich im Dow Jones um 0,39 Prozent auf 85,73 Dollar. ConocoPhillips stiegen um 0,74 Prozent auf 81,89 Dollar. Schlumberger gewannen 1,58 Prozent auf 96,50 Dollar. Noble Energy rückten um 1,44 Prozent auf 60,07 Dollar vor und Valero Energy um 0,46 Prozent auf 68,36 Dollar.

Am Anleihenmarkt verloren die richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen 0,1875 Punkte auf 101,7500 Zähler. Die Rendite lag bei 4,529 Prozent. Der Euro wurde zuletzt mit 1,3621 US-Dollar gehandelt, nachdem er am frühen Freitagnachmittag zeitweise über 1,37 Dollar gestiegen war. (mit dpa)