Tagebau : CDU-Abgeordnete kämpft gegen Vattenfall

Der Energiekonzern Vattenfall will neue Braunkohlegebiete erschließen. Wenn die Pläne des Unternehmens realisiert werden, soll Atterwasch, ein Dorf mit 200 Einwohnern, abgegraben werden. Die CDU-Abgeordnete Monika Schulz will das verhindern.

Matthias Benirschke[dpa]

AtterwaschDie CDU-Landtagsabgeordnete Monika Schulz hat das Bekenntnis der Landesregierung zu einer langfristigen Nutzung der Braunkohle scharf kritisiert. "Ich war dabei, als der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) in Horno verkündet hat, dass dies das letzte Dorf in der Lausitz sein wird, das abgebaggert wird", sagte Schulz. "Daran haben sich natürlich die Hoffnungen vieler Menschen in der Region festgemacht. Es wurde in die Häuser und Gehöfte investiert. Umso größer ist jetzt hier die Enttäuschung."



Schulz gehört zu den Erstunterzeichnern der am Montag gestarteten Volksinitiative von Umweltverbänden, den Grünen und der Linken für einen schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle. Sie stellt sich damit gegen den Wirtschaftsminister und CDU-Landesvorsitzenden Ulrich Junghanns. Die Christdemokratin lebt seit fast 25 Jahren in dem Dorf Atterwasch (Spree-Neiße) mit seinen gut 200 Einwohnern, das abgebaggert werden würde, wenn der Energiekonzern Vattenfall seine Tagebaupläne durchsetzt.

Vattenfall will weitere Braunkohlegebiete erschließen 

"Ich möchte hier wohnen bleiben", sagte sie. Der Energiekonzern Vattenfall Europe will mittelfristig in der Lausitz drei neue Braunkohlegebiete erschließen und mit neuer Technologie das klimaschädliche Kohlendioxid CO2 vermeiden. "In der vorliegenden Form halte ich das Energiekonzept nicht für tragfähig", kritisierte Schulz. "Ich kann nicht verstehen, dass Vattenfall plant, zuerst den Tagebau Jänschwalde Nord mit drei Dörfern und 900 Einwohnern abzubaggern, danach erst zwei unbewohnte Tagebaue. Betriebswirtschaftlich mag das Sinn machen. Ob das aber im Sinne der Region ist, bezweifle ich."

"Die denkbar schlechteste Variante für die ganze Region wäre, wenn man 2008 mit der konkreten Planung beginnt, dadurch viele Einwohner vertreibt und sich dann herausstellt, dass die Abbaggerung gar nicht notwendig ist." Die Einschätzung, ob und wenn ja, wann die neue Technologie der CO2-Abscheidung funktionieren wird, sei reine Spekulation, warnte Schulz. Die Landesregierung stütze ihre Energiepläne aber auf diese Technik. "Das halte ich für außerordentlich fragwürdig."