TANZ UND PERFORMANCE„Herbstleuchten“ : Original und Täuschung

Antje Horn-Conrad

Was ist echt, was falsch? Colette Sadler spielt mit der Wahrnehmung von Wirklichkeit. In der Performance „The Making of Doubt“ ersetzt die schottische Choreografin Echtes durch Falsches: Puppen übernehmen die Position von Menschen, die wiederum puppenhafte Gestalt annehmen. Zwischen Original und Fälschung entwickelt sich ein Wechselspiel, das völlig neue, fremdartige Wesen entstehen lässt.

Diese auf der Grenze zwischen Tanz und Performance balancierende Arbeit von Colette Sadler eröffnet das diesjährige „Herbstleuchten“. Die Fabrik zeigt alljährlich im Herbst, was internationale Stipendiaten und Artists-in-Residence während ihres Aufenthaltes in Potsdam einstudiert haben. So stellt die belgische Compagnie Busy Rocks ihre Performance „Throwing Rocks“ vor. Nicht der einzelne Tänzer und seine Ausdrucksmöglichkeiten stehen hier im Mittelpunkt, sondern die Bewegungen, die sich aus dem Zusammentreffen gleich dreier Körper ergeben können. Der Schwede Marten Spangberg hingegen ist solistisch unterwegs. Mit „Slowfall“ zeigt er den ersten, eher meditativen Teil eines größeren Projekts, das für den Tanz Räume eröffnen soll, in denen mehr Verinnerlichung möglich wird. Aber nicht nur Tänzer, sondern auch Filmemacher haben im vergangenen Jahr in der Fabrik gearbeitet. In „One Hand on Open“ suchten Stefan Pente und William Wheeler die Schnittstellen von Fantasie und Theorie. Erstmals bei der Berlinale im Forum des Jungen Films aufgeführt, ist der experimentelle Streifen nun beim „Herbstleuchten“ zu sehen. Antje Horn-Conrad

Fabrik, Do 2.10. bis Fr 10.10., 10/7 €,

Infos: www.fabrikpotsdam.de

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