Tarifangebot im Einzelhandel : Mehr Geld, weniger Zuschläge

Im Tarifkonflikt des deutschen Einzelhandels haben die Arbeitgeber im Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen erstmals ein Angebot vorgelegt. Das Angebot: 1,7 Prozent mehr Geld, dafür Einschnitte bei den Zuschlägen.

Düsseldorf Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen sollen ab 1. Oktober 1,7 Prozent mehr Geld erhalten, teilten die Arbeitgeberverbände mit. Die Unternehmerseite will diese Gehaltserhöhungen aber nur zahlen, wenn die Gewerkschaft Einschnitten bei den Spät-, Nacht- und Samstagszuschlägen zustimmt. Die Tarifverhandlungen waren nach mehrmonatiger Pause heute wieder aufgenommen worden.

Spätöffnungszuschläge wollen die Arbeitgeber nur noch ab 20 Uhr, Nachtzuschläge ab 22 Uhr zahlen. Bislang müssen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Spätzuschläge werktags ab 18:30 Uhr und samstags ab 14:30 Uhr gezahlt werden, Nachtzuschläge sind ab 20 Uhr fällig. Änderungen an dieser Regelung hat die Gewerkschaft bisher strikt abgelehnt. Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Geld und einen monatlichen Mindestlohn von 1500 Euro. In den vergangenen Wochen hatte Verdi in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen.

Bei den bisherigen Regelungen seien kundenfreundliche Öffnungszeiten unmöglich, argumentieren die Arbeitgeber. Außerdem gefährdeten die hohen Zuschläge Arbeitsplätze im Handel. Deshalb könne es einen Tarifabschluss ohne Anpassung der Zuschläge nicht geben. Im Einzelhandel sind bundesweit rund 2,6 Millionen Mitarbeiter beschäftigt. (mit dpa)