Tarifkonflikt : Bahn droht mit massivem Stellenabbau

Der Bahn-Personalvorstand warnt die Verkehrsgewerkschaften Transnet und GDBA weiter vor überzogenen Forderungen. Sieben Prozent mehr Lohn würden demnach 8000 Arbeitsplätze kosten.

BerlinDie Forderungen der Verkehrsgewerkschaften Transnet und GDBA nach sieben Prozent höheren Bezügen für die Bahnbeschäftigten würden nach den Worten von Personalvorstand Margarete Suckale 8000 Arbeitsplätze kosten. "Ich warne die Gewerkschaften deshalb vor überzogenen Lohnforderungen. Auf den Beschäftigungspakt, den wir 2005 geschlossen haben, müssen wir dann verzichten", sagte Suckale der der "Welt am Sonntag". Der Pakt sieht vor, dass bei moderaten Tariferhöhungen bis 2010 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind.

"Mit dem Angebot von 3,4 Prozent haben wir unsere Schmerzgrenze schon lange überschritten. Das ist uns schon sehr, sehr schwer gefallen. Jeder Prozentpunkt entfernt uns von unseren Wettbewerbern, die uns die Aufträge wegnehmen werden", sagte Suckale. Spielraum gebe es nur noch bei den Mindestleistungen. Zudem könne man noch über eine Verlängerung der Laufzeit sprechen. Für die nächste Verhandlungsrunde am Sonntagabend zeigte sich Suckale dennoch optimistisch. "Ich glaube an die Vernunft der Gewerkschaften."

Forderung der Lokführer "völlig indiskutabel"

Zur Forderung der Lokführer nach einem gesonderten Tarifvertrag und 31 Prozent mehr Gehalt sagte Suckale: "Das ist völlig indiskutabel. Es kann nicht sein, dass eine Berufsgruppe auf Kosten der anderen privilegiert wird." Einen gesonderten Tarifvertrag schloss sie aus. "Wir bauen jetzt darauf, dass es kommenden Freitag im ersten Gespräch zu einer vernünftigen Entwicklung kommt." Die Lokführergewerkschaft GdL hat für kommende Woche weitere Warnstreiks angekündigt. (mit dpa)