Tarifkonflikt : Notfahrpläne sollen Bahn-Verkehr retten

Mit Notfahrplänen will die Deutsche Bahn auch bei kurzfristigen Streiks etwa drei Viertel der Zugverbindungen ersetzen. Die GDL will mit den Streiks Druck machen, aber auch möglichst schnell wieder verhandeln.

Berlin/HalleDie Bahn setzt auch bei kurzfristigen Streiks der Lokführer auf ihre Notfahrpläne. "So können wir es immer noch schaffen", dass 75 Prozent des Bahnverkehrs aufrecht erhalten werden, sagte Bahn-Personalchefin Margret Suckale im ZDF. Ein neues Angebot der Bahn werde es nicht geben, bekräftigte sie. Die Bahn bietet den Lokführern eine Lohnerhöhung von rund zehn Prozent bei zwei Wochenstunden Mehrarbeit an.

Die Lokführergewerkschaft GDL drängt auf eine schnelle Wiederaufnahme von Verhandlungen. "Ziel ist es, dass wir schnell wieder in Verhandlungen kommen", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert im MDR. Bei der Lohnforderung zeigte sie sich dabei kompromissbereit: "Über die Höhe der Lohnforderung kann man reden. Wer 31 Prozent fordert, schließt nicht 31 Prozent ab." Kernforderung der GDL ist ein eigener Tarifvertrag für die Lokführer. Diesen lehnt die Bahn bislang ab.

Die GDL hat der Bahn bis Dienstag um 13 Uhr ein Ultimatum gestellt. Sollte bis dahin kein neues Angebot vorliegen, will sie erneut streiken. GDL-Sprecherin Seibert sagte, noch stehe nicht fest, ob die Gewerkschaft die Streiks überhaupt ankündigen werde. "Mit langfristig angekündigten Arbeitskämpfen erzielen wir zu wenig Wirkung", sagte sie im MDR. (mit AFP)