Tarifstreit : Bahn: GDL soll wieder verhandeln

Die Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL aufgefordert wieder an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. Bahn-Sprecherin Suckale nannte das Verhalten der GDL "unverantwortlich".

BerlinDie Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL erneut zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen. Im Interesse von Millionen von Pendlern sollte die GDL auf weitere Streiks verzichten, sagte Bahnpersonalvorstand Margret Suckale. "Während wir mit den anderen Gewerkschaften verhandeln, plant die GDL schon den nächsten Streik. Das ist unverantwortlich", sagte sie.

Die Bahn stehe weiterhin zu ihrem Angebot von bis zu zehn Prozent mehr Geld plus einer Einmalzahlung von 2000 Euro sowie einem eigenen Tarifvertrag für Lokführer. Die GDL lehnt dies strikt ab. Am Donnerstag hatte die Gewerkschaft zum dritten Mal in zwei Wochen den Nahverkehr bestreikt. Bis Sonntag sind die Streiks ausgesetzt.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, warf der GDL "zerstörerischen Gruppenegoismus" vor. Die Stärke liege in der Gemeinsamkeit und nicht in der Trennung. Wenn die GDL Einkommensverbesserung für Lokführer wolle, könne sie die jetzt haben, sagte Hansen unter Verweis auf die Fortschritte bei den Verhandlungen zu einer neuen Einkommensstruktur bei der Bahn. Auch die Lokführer hätten damit klare Perspektiven.

Ärzte bieten Hilfe an

Der Vorsitzende des streikerfahrenen Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, hat unterdessen der Lokführergewerkschaft GDL zu einer härteren Gangart im Tarifkonflikt mit der Bahn geraten. Im ARD-"Morgenmagazin" sagte der Chef der Ärztegewerkschaft: "Die GDL muss jetzt ganz hart streiken." Bahn-Chef Hartmut Mehdorn müsse einsehen, dass der GDL ein eigenständiger Tarifvertrag zustehe. Die Gewerkschaft dürfe sich nicht weiter "hinhalten" lassen. Wenn die GDL drei, vier Tage streiken würde, "dann wird Herr Mehdorn zur Einsicht kommen und um den eigenständigen Tarifvertrag nicht herumkommen", sagte Montgomery.

Zugleich bot Montgomery der GDL an, "mit unseren Erfahrungen zu helfen". Der Marburger Bund hatte 2006 nach einem Monate langen Tarifkonflikt und wochenlangen Streiks vieler tausend Klinikärzte einen eigenen Tarifvertrag für die Ärzte in kommunalen Kliniken erzwungen. (mit dpa)