Tarifstreit : Bahn will Lokführern neues Angebot vorlegen

Mit Spannung wird das Angebot der Deutschen Bahn für die Lokführergewerkschaft GDL erwartet. Die Bahn hofft damit weitere Streiks vermeiden zu können. Ob ein eigener Tarifvertrag für die Lokführer zustande kommt, ist derzeit offen.

BerlinDie Bahn legt heute im Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft ein neues Angebot vor. Sie hofft damit, nach den Streiks der Lokführer am vergangenen Freitag im Regionalverkehr, weitere Arbeitsniederlegungen in dieser Woche zu verhindern. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) erwartet von der Bahn "einen eigenständigen Tarifvertrag". Dann könne es eine schnelle Einigung in der monatelangen Auseinandersetzung geben.

Bisher hat das Verkehrsunternehmen einen eigenen Tarifvertrag für die GDL aber strikt abgelehnt. GDL-Chef Manfred Schell hat bereits für Mittwoch weitere Streiks angedroht, wenn der Vorschlag der Bahn nicht auf die Wünsche der Gewerkschaft eingehe. Medienberichte über eine Verständigung zwischen den Kontrahenten, die am Wochenende kursierten, wiesen beide Seiten zurück.

Tarifeinheit bei der Deutschen Bahn steht nicht zur Disposition

Bahn-Konzernsprecher Oliver Schumacher bestätigte am Sonntag, der GDL werde ein Angebot übermittelt, auf dessen Basis die Bahn "eine zügige Aufnahme von Tarifverhandlungen" erwarte. Die Tarifeinheit bei der Deutschen Bahn stehe aber nicht zur Disposition, bekräftigte er. Dagegen hatte Schell am Wochenende noch einmal seine Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag untermauert. Liege der vor, könne es eine schnelle Einigung geben. Sonst werde der Arbeitskampf fortgesetzt.

Der Streik hatte am Freitag den Regionalverkehr in vielen Teilen Deutschlands erheblich gestört. Millionen Reisende waren zu langen Wartezeiten oder zum Umsteigen auf andere Verkehrsmittel gezwungen.  (mit dpa)