Tarifstreit : Lokführer und Bahn treffen sich erneut

Nächste Runde im Tarifkonflikt: Lokführergewerkschaft und Deutsche Bahn verhandeln heute wieder. Drohen bald neue Streiks?

BerlinIm Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn loten die Lokführergewerkschaft GDL und das Unternehmen heute in Berlin mögliche Einigungschancen aus. Die GDL verlangt einen eigenständigen Tarifvertrag. Sollte das Gespräch scheitern, drohen neue Streiks der Lokführer. Bahnchef Hartmut Mehdorn äußerte sich in der "Bild"-Zeitung zuversichtlich. Er sei optimistisch, dass man bei den Verhandlungen deutlich vorankomme. "Wir sind der GDL schließlich schon sehr weit entgegengekommen." Die GDL verhielt sich abwartend. "Wir gehen da rein und schauen mal", sagte ein Verhandlungsteilnehmer der GDL.

Keine Worthülsen

Die Bahn hatte sich am Donnerstag mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA, die beide mit der GDL konkurrieren, auf ein neues Tarifsystem geeinigt. Bahn und GDL wollen bei einem Treffen in Berlin erörtern, ob damit auch eine Basis für ein Ende des Tarifstreits beim Fahrpersonal erreicht worden ist. GDL-Chef Manfred Schell verlangt, die Regelungen zu Einkommen und Arbeitszeit vollkommen unabhängig von den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA zu verhandeln. "Wir wollen einen wirklichen eigenständigen Tarifvertrag und keine Worthülse."

Mehdorn versicherte der "Bild"-Zeitung, die GDL könne "für die Belange aller Lokführer selbstständig Tarifverhandlungen über Entgelte und Arbeitszeiten führen, diese spezifischen Tarifverträge abschließen und sogar kündigen". Im Rahmen der Tarifeinheit sei durchaus Vielfalt möglich.

Transnet und GDBA hatten mit der Bahn für 135.000 Beschäftigte unter anderem Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent bis Ende 2010 vereinbart. Zudem soll es künftig neben einem Basis-Tarifvertrag einzelne Tarifverträge für sechs Tätigkeitsgruppen geben. Den für die Lokführer könnte dabei die GDL aushandeln. (svo/dpa)