"Team Steinmeier" : Udo Folgart und das Kompetenzteam

Udo Folgart gehört zum "Team Steinmeier" - so ganz geheuer scheint im diese neue Rolle nicht zu sein. Die Berufung Folgarts in das Kompetenzteam der Bundes-SPD ist durchaus eine Überraschung.

Matthias Matern
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Udo Folgart. Der Vorsitzende des Landesbauernverbands Brandenburg ist auch in Steinmeiers Team für die Landwirtschaft zuständig. -Foto: ddp

Potsdam/PaarenNoch scheint ihm seine neue Rolle auf dem großen Parkett der Bundespolitik nicht ganz geheuer. Udo Folgart, Landwirt aus dem Havelland und Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, soll Seite an Seite mit SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier um die Mehrheit im Deutschen Bundestag kämpfen? Das klingt für den 53-Jährigen auch einige Tage nach der Entscheidung noch gewöhnungsbedürftig: „Ob ich mich freue? Erstmal war ich nur sehr überrascht“, sagt Folgart, der am Freitag vor einer Woche gerade erst aus dem Urlaub kam. „Der Anruf kam kurz vor dem Abflug nach Island. Dort hatte ich genug Zeit, mit meiner Familie zu sprechen und mich dann zu entscheiden.“

Die Berufung Folgarts in das Kompetenzteam der Bundes-SPD ist durchaus eine Überraschung. „Dabei habe ich noch nicht einmal ein Parteibuch“, gesteht er. Ein Fremdeln ist allerdings wohl nicht zu erwarten. Fünf Jahre lang hat Folgart für die SPD im brandenburgischen Landtag gesessen. Auch für parallel zur Bundestagswahl am 27. September stattfindenden Landtagswahl kandidiert er wieder. Er gilt als Vertreter großer Agrarbetriebe, hat als Präsident der Milchbauern im Deutschen Bauernverband zwar über die stetig sinkenden Milchpreise gewettert, eine Steuerung der Milchmenge am Markt aber abgelehnt. Freier Wettbewerb statt Bestandsschutz, effiziente landwirtschaftliche Produktion statt romantische Ferien auf dem Museumsbauernhof, lautet seine Devise.

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So setzen die Genossen auf Bundesebene ein Zeichen, bei dem es manchem potenziellen Koalitionspartner gruseln dürfte: „Wir können jetzt mal etwas lauter von der Landwirtschaft als Teil der echten Wirtschaft reden, die Umsätze und Arbeitsplätze schafft“, beschreibt der geborene Nauener seine Marschroute. „Landwirte sind nicht nur Pfleger des ländlichen Raums, sondern Produzenten.“ Eine Botschaft, die seiner Meinung nach auch bei der Bundes-SPD in den vergangenen Jahren nicht so richtig verstanden worden ist. „Der ländliche Raum wurde häufig nur als Ort der Erholung, Raum für Naturschutz und als Potenzial für touristische Entwicklung wahrgenommen“, meint der stämmige Mann mit den markanten dunklen Augenbrauen, der nach dem Abitur und dem Grundwehrdienst an der Universität Rostock Agrarwissenschaften studierte.

Trotz der eher miesen Prognosen für die Bundestagswahl fühlt sich Udo Folgart bei den Genossen nach eigenem Bekunden wohl. Steinmeier habe er allerdings erst einmal persönlich getroffen, gesteht Folgart. Ob er bereits das Parteibuch beantragt habe? „Noch nicht, aber ich überlege.“ 

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