Tennis : Federer nach Gruppensieg gegen Nadal

Dem Stotterstart folgte die Tennisgala: Roger Federer hat mit einem deutlichen Sieg gegen den Amerikaner Andy Roddick den Gruppensieg erreicht. Damit steht er beim Masters Cup der besten acht Tennis-Profis dieser Saison im Halbfinale.

Lars Reinefeld[dpa]
Federer Foto: AFP
Roger Federer hat sich gefangen. -Foto: AFP

Hamburg/ShanghaiMit dem 6:4, 6:2-Erfolg unterstrich Federer seine Ambitionen auf den vierten Masterssieg in den vergangenen fünf Jahren eindrucksvoll. In der Vorschlussrunde am Samstag kommt es nun zum Gipfeltreffen zwischen dem Weltranglistenersten Federer und seinem ärgsten Verfolger Rafael Nadal aus Spanien. Im zweiten Halbfinale stehen sich Nadals Landsmann David Ferrer und Roddick gegenüber.

"Ich freue mich sehr auf das Match gegen ihn. Es ist immer schön, wenn die beiden besten der Welt im letzten Turnier des Jahres aufeinandertreffen", sagte Federer zum Duell mit Nadal. In diesem Jahr verlor er das Finale der French Open gegen den Mallorquiner, nahm im Endspiel von Wimbledon aber erfolgreich Revanche.

Im imposanten Qi-Zhong-Stadion von Shanghai war sämtliche Spannung bereits vor dem mit großen Erwartungen herbeigesehenen Duell zwischen Federer und Roddick verflogen. Weil der Russe Nikolai Dawidenko den Chilenen Fernando Gonzalez 6:4, 6:3 besiegt hatte, war ein frühzeitiges Scheitern des Titelverteidigers nicht mehr möglich. Der 26 Jahre alte Schweizer hatte sein Auftaktspiel in der Roten Gruppe am Montag gegen Gonzalez verloren und war damit unter Zugzwang geraten.

61 Minuten reichten aus

Im 16. Duell mit Roddick ließ der zwölfmalige Grand-Slam-Sieger, der bereits in seiner zweiten Begegnung gegen Dawidenko am Mittwoch ansteigende Form bewiesen hatte, allerdings von Beginn an keine Zweifel an seiner zurückgewonnenen Stärke aufkommen. Gerade einmal 61 Minuten benötigte der Topfavorit, um den 15. Sieg gegen den 25 Jahre alten Amerikaner perfekt zu machen. "In bin heute von meinem Spiel selbst beeindruckt. Ich habe seinen Aufschlag gut gelesen", freute sich der Schweizer.

Roddick musste die Leistung des Ausnahmekönners aus Basel neidlos anerkennen. "Das ich heute verloren habe, lag allein am Mann auf der anderen Seite des Netzes", meinte der frühere Weltranglistenerste, der sein einziges Spiel gegen Federer 2003 in Kanada gewonnen hatte. Auf ihn wartet nun im Halbfinale der spanische Geheimfavorit Ferrer, der die Gruppenphase als einziger der acht Akteure ungeschlagen überstanden hatte.

Der Russe Dawidenko feierte einen für ihn versöhnlichen Masters-Abschluss. Gegen den Chilenen Gonzalez holte der 26-Jährige seinen ersten Sieg in Shanghai. "Ich hatte bereits zwei Spiele verloren und wollte darum zum Abschluss unbedingt gewinnen", sagte der Russe, der Ende des Monats mit seinem Davis-Cup-Team noch gegen die USA antritt. Dawidenko, der mit 29 Turnieren in diesem Jahr die meisten Wettbewerbe aller Top-Ten-Spieler bestritt, spielte ohne Druck ein Alles-oder-Nichts-Tennis. Er leistete sich 36 vermeidbare Fehler, zog Gonzalez mit 33 gewinnbringenden Punkten aber den Zahn. "Ich habe alles gegeben und gutes Tennis gespielt. Am Ende hat es leider nicht gereicht", sagte der Doppel-Olympiasieger, der im vierten Spiel die vierte Niederlage gegen Dawidenko kassierte.