Terroranschläge : Tödliche Fahrradbomben in Indien

Fast zeitgleich explodierten heute mehrere Bomben in in Nordindien. Die Geheimdienste vermuten muslimische Extremisten hinter den Anschlägen.

Neu DelhiBei einer Serie von Bombenanschlägen vor Gerichtsgebäuden im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh sind heute mindestens 13 Menschen getötet  worden. Weitere 59 Menschen wurden verletzt. Nach ersten Erkenntnissen der Geheimdienste hätten muslimische Extremisten die Anschläge verübt, so die Ministerpräsidentin Uttar Pradeshs, Kumari Mayawati.

Die Bomben in den drei Städten explodierten nach Angaben der Polizei innerhalb von wenigen Minuten. Sie waren an Fahrrädern befestigt und wurden mit Zeitzündern ausgelöst. Bei der ersten Explosion in  Faizabad seien neun Menschen getötet und 45 verletzt worden. Bei drei Detonationen in Benares starben vier Menschen, 14 weitere wurden verletzt. Bei einer schwächeren Bombenexplosion in Lucknow kam niemand zu Schaden, wie es hieß.

Vergeltung für verweigerten Rechtsbeistand

Bei einem privaten Fernsehsender ging nach Medienberichten kurz vor den Explosionen eine E-Mail ein, in der eine bislang unbekannte Gruppe namens "Indische Mujaheddin" sich zu den Anschlägen bekannte. In dem Schreiben hieß es demnach, die Polizei habe zuvor Unschuldige festgenommen. Anwälte an den drei angegriffenen Gerichten hätten die Verdächtigen geschlagen und sich geweigert, ihre Verteidigung zu übernehmen. Auch die Nachrichtenagentur PTI meldete unter Berufung auf das indische Bundeskriminalamt, der Grund für die Anschläge könne sein, dass Anwälte dort die Verteidigung von Terrorismusverdächtigen abgelehnt hätten.

Faizabad liegt in unmittelbarer Nähe von Ayodhya, wo die Rivalität zwischen Hindus und Moslems 1992 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führte, bei denen 2000 Menschen getötet wurden. (mit dpa, AFP)