Terrorismus : Al Qaida bekennt sich zu Anschlag in Algerien

Die Terrorgruppe Al Qaida im Maghreb hat sich zu dem Selbstmordattentat in Algerien bekannt, bei dem mindestens zehn Soldaten ums Leben kamen.

Algier/DubaiDie Terrorgruppe Al Qaida im Maghreb hat sich zu einem schweren Anschlag in Algerien bekannt, bei dem ein Selbstmordattentäter zehn Soldaten in den Tod riss. 35 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, als der Attentäter laut Augenzeugen einen Kühllaster auf eine Kaserne in Lakhdaria südöstlich von Algier steuerte und sich kurz vor der Einfahrt in voller Fahrt in die Luft sprengte. Der Anschlag ist der schwerste in Algerien seit dem 11. April, als in der Hauptstadt Algier bei Autobombenanschlägen 33 Menschen starben.
  
Der Lastwagen wurde bei der Detonation vor der Kaserne völlig zerstört. Das Viertel, in dem sich die Kaserne befindet, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt. Mehrere Ambulanzfahrzeuge brachten die Verletzten in Krankenhäuser der Region. Nach Angaben von Anwohnern gehörte der Attentäter zu einer Gruppe von vier jungen Islamisten, die sich vor einigen Wochen dem Widerstand angeschlossen hatten. Die schwer zugängliche Bergregion um Lakhdaria war schon während des Unabhängigkeitskriegs (1954 bis 1962) eine Hochburg des Widerstands.

Bouteflika: Intensivierung des Anti-Terror-Kampfs

Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte vergangene Woche vor Armeeangehörigen zur Intensivierung des Anti-Terror-Kampfs aufgerufen. Innenminister Yazid Zerhouni erklärte nach dem Anschlag, Algerien werde den Kampf gegen bewaffnete Islamisten "mit derselben Entschlossenheit" fortsetzen. Der Minister rief die Algerier zur Wachsamkeit auf: Es sei nicht auszuschließen, dass andere bewaffnete Gruppen ähnliche Anschläge versuchten. In Algier sollten am Abend die 9. Afrikanischen Spiele mit mehreren tausend Sportlern eröffnet werden.
  
Al Dschasira strahlte am Abend eine Erklärung der "Bewegung der Al Qaida in den Staaten des islamischen Maghreb" aus. Darin gibt ein Sprecher die Zahl der getöteten Soldaten mit 70 an. Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht bestätigt werden.  

Die extremistische Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) hatte sich im Januar in Al Qaida im Maghreb umbenannt. Die Gruppierung bekannte sich auch zu dem schweren Anschlag am 11. April. Damals waren bei Angriffen auf den Regierungssitz und ein Polizeikommissariat in Algier 33 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. (mit AFP)