Terrorismus : Christian Klars erster "begleiteter Ausgang"

Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar hat das Gefängnis in Bruchsal in Begleitung eines Vollzugsbeamten erstmals ohne Handschellen vorübergehend verlassen dürfen.

Christian Klar
Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar.Foto: dpa

Stuttgart/BruchsalDer frühere RAF-Terrorist Christian Klar hat das Gefängnis in Bruchsal in Begleitung eines Vollzugsbeamten erstmals ohne Handschellen vorübergehend verlassen dürfen. Der seit mehr als 24 Jahren inhaftierte Klar habe bereits am Donnerstag seinen ersten begleiteten Ausgang absolviert, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Justizministeriums. Der Ausgang sei "problemlos verlaufen".

Das Landgericht Karlsruhe hatte mit Beschluss vom 20. April die Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal "zur Gewährung von ersten begleiteten Ausgängen" als erster Stufe einer Hafterleichterung verpflichtet. Bundespräsident Horst Köhler hatte am 7. Mai das Gnadengesuch Klars abgelehnt. Die Haftzeit des früheren Terroristen endet damit frühestens am 3. Januar 2009.

Ob und wann es zu weiteren Vollzugslockerungen kommt, ist derzeit ungewiss. Justizminister Ulrich Goll (FDP) wollte bislang weitergehende Lockerungsschritte wie unbegleitete Ausgänge, Urlaub oder Freigang von einer zweiten Begutachtung Klars durch einen Sachverständigen abhängig machen. Ein erstes Gutachten des Freiburger Kriminologen Helmut Kury kam im Januar 2007 zu dem Ergebnis, dass eine Rückfallgefahr als "sehr niedrig" einzustufen sei.

Klar wurde jeweils als "Mittäter" beim Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen zwei Begleitern, am Bankier Jürgen Ponto und am Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer sowie dessen vier Begleitern verurteilt. Seine Mindestverbüßungsdauer wurde wegen der besonderen Schwere der Schuld auf 26 Jahre festgesetzt. (mit ddp)