Terrorismus : Ministerium: Keine Zweifel an Existenz der Dschihad-Union

Ist die Terrorvereinigung Dschihad Union eine Erfindung im Internet? Der Terrorexperte des Landesamtes Benno Köpfer hatte die Existenz der Organisation offen angezweifelt. Das Bundesinnenministerium hat die Bedenken prompt zurückgewiesen.

Berlin "Die Erklärung des Mitarbeiters ist sachlich falsch", sagte Ministeriumssprecher Stefan Kaller zu Äußerungen aus dem baden-württembergischen Verfassungsschutz. Dem ARD-Magazin "Monitor" hatte der Terrorexperte des Landesamtes, Benno Köpfer, gesagt: "Die Islamische Dschihad-Union, so wie sie sich uns darstellt, ist erst einmal eine Erfindung im Internet und hat nur eine Präsenz im Internet." Nach der Festnahme von drei mutmaßlichen Terroristen am 4. September im Sauerland hatte sich die Dschihad-Union zu geplanten Anschlägen bekannt.

Kaller widersprach der Aussage Köpfers: "Nach einhelliger Auffassung der Bundessicherheitsbehörden, des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums und des Gemeinsamen Internetzentrums bestehen keine Zweifel an der Authentizität der am 11. September 2007 auf einer dschihadistisch-türkischsprachigen Internetseite veröffentlichten Erklärung der Islamischen Dschihad Union im Zusammenhang mit den Festnahmen vom 4. September 2007 im Sauerland." Die Internetpräsenz sei mehrfach von der Organisation für Verlautbarungen genutzt worden.

Köpfer machte in dem Fernsehmagazin seine Zweifel an der Authentizität des Bekennerschreibens an der Nennung konkreter Anschlagziele wie etwa des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein fest. Seines Wissens seien die Verhafteten bis zuletzt unsicher gewesen, "auf welches Objekt sie diesen Anschlag ausüben werden". Auch die Echtheit des im Internet veröffentlichten Bekennerschreibens, das der usbekischen Terrororganisation zugerechnet worden war, sei ungewiss. (mit dpa)