Terrorismus : Neue Botschaft von Bin Laden

Pünktliche Terroristen-Botschaft: Al-Qaida-Chef Osama bin Laden hat die Muslime der Welt anlässlich des 60. Jahrestages der Staatsgründung Israels zum Kampf für die Befreiung Palästinas aufgerufen.

Bin Laden
Neue Audiobotschaft von Osama bin Laden. -Foto: AFP

Dubai/Riad"Wir werden den Kampf gegen die Israelis und ihre Verbündeten fortsetzen", sagte Osama bin Laden in einer am Freitag im Internet verbreiteten Audio-Botschaft. "Solange es einen aufrichtigen Muslim gibt, werden wir keinen Meter von Palästina preisgeben." In seiner Botschaft zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels rief der Al-Qaida-Chef zum "Heiligen Krieg" auf - dieser sei "eine Pflicht, um Palästina zu befreien".

Die Botschaft wurde offenbar gezielt zum Nahost-Besuch von US-Präsident George W. Bush veröffentlicht, der am Freitag von Tel Aviv nach Saudi-Arabien weiterreiste. Bin Laden griff in der ihm zugeschriebenen, rund zehnminütigen Botschaft die westlichen Staatsführer wegen ihrer Teilnahme an den Feierlichkeiten in Israel scharf an. Diese würden damit die "unausstehliche Besatzung unserer Gebiete" unterstützen.

Kopfgeld bei 25 Millionen Dollar

Der international gesuchte Terrorist hatte sich zuletzt im März mit einer Tonaufzeichnung zu Wort gemeldet, die von dem arabischen Nachrichtensender Al Dschasira ausgestrahlt wurde. Darin rief er die Muslime auf, den Aufstand im Irak zu unterstützen. Bush hatte die Gründung Israels am Donnerstag mit einer Rede vor der Knesset in Jerusalem gewürdigt; Palästinenser sehen in dem Ereignis vom 14. Mai 1948 eine Katastrophe, die "Nakba".

Die USA haben auf den Al-Qaida-Chef ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Bin Laden übernahm die Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001, bei denen in den USA rund 3000 Menschen getötet wurden. Kurz vor der Veröffentlichung seiner jüngsten Botschaft rief eine Unterorganisation von Al-Qaida dazu auf, alle Nicht-Muslime anzugreifen, die sich auf die Arabische Halbinsel begeben. "Ihr werdet im Visier der Gotteskrieger sein", heißt es in dem Aufruf - "gleich unter welchem Deckmantel Ihr kommt, als Touristen, Diplomaten, Wissenschaftler, Experten oder Journalisten". (ck/AFP)